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Battlefield V - Gastkommentar zu Battlefield V – Gamechanger oder Lame duck?

Battlefield V, Battlefield 5 - Egal wie man das diesjährige Battlefield von DICE betiteln möchte: Der Reveal Trailer vom 23. Mai macht Lust auf mehr. Oder doch nicht? Sind die Erwartungen erfüllt worden? Oder herrscht Enttäuschung auf ganzer Linie? Der Kommentar unseres Gastautoren Ben, seines Zeichens Fotograf und Battlefield-Spieler der ersten Stunde.

Eigentlich dürfte der 23. Mai 2018 an keinem Gamer wirklich spurlos vorbei gegangen sein, denn selbst wenn man eher auf Realtime-Strategiespiele setzt, der Hype um die Veröffentlichung der ersten Bilder rund um Battlefield V war schon weit vor dem Event spürbar. Das lag nicht zuletzt an beständigen Kritikpunkten am aktuellen Titel des Franchise, Battlefield 1, doch dazu später mehr.

In diesem Kommentar möchte ich versuchen euch meine Sicht auf den neuen Titel zu geben und darüber hinaus herauszufinden, ob Battlefield V seinen Hypetrain als Volltreffer ins Ziel fahren kann oder ob er irgendwo auf der Strecke liegen bleibt.

Ein kurzer Rückblick

Um einen Spieletitel innerhalb seiner Serie richtig bewerten zu können lohnt sich ein kleiner Rückblick auf alle Teile. Ich habe nahezu alle Teile des Battlefield Franchise gespielt und beginnend mit Battlefield 1942 hat diese Ego-Shooter Serie von Teil zu Teil Maßstäbe gesetzt.

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Das Ganze begann bei der Möglichkeit große Gerätschaften wie Schiffe oder Flugzeuge zu fliegen und stationäre Kanonen abzufeuern, über die Zerstörung von Map-Elementen wie Häusern, Mauern oder Deckungselementen und endete nicht zuletzt bei den Behemoths aus dem aktuellen Teil. Dabei haben die Publisher aber eben nicht nur darauf geachtet dem Spieler immer wieder eine neue Gameplay-Experience durch eben diese Elemente zu geben, sondern auch auf die kontinuierliche Erfindung und Weiterentwicklung von zentralen Gameplay-Mechaniken wie dem Spotting oder dem Sweet-Spot.

Für mich ist Battlefield 1, also der aktuellste Teil der Serie der bislang gelungenste Titel von DICE, auch wenn ich weiß, dass ein Großteil der Community das etwas anders sieht. Aber auch das beleuchten wir im Verlauf dieses Kommentars noch etwas genauer.

Direkt nach Battlefield 1 kommt für mich Bad Company 2 wegen seines hohen Spaßfaktors und dann Battlefield 3, in welchem ich bis dato die meiste Spielzeit hatte. Bad Company 2 steht bei vielen Spielern heute noch hoch im Kurs und wer mag kann auch immer noch „die Goldmund-Bahn“ Map in Battlefield 4 mit drölfmillionen Tickets daddeln. Apropos Tickets, hier sollten wir in die Tiefe gehen.

Battlefield 1 macht vieles richtig, aber einiges falsch

Wie ich eingangs schon erwähnt habe, ist Battlefield 1 für mich der beste Teil der Serie bisher. Das liegt selbstverständlich an einer beeindruckenden Grafik und der unglaublichen Liebe zum Detail, welche DICE in allen Elementen des Spiels zeigt, aber auch an einigen Änderungen. Was Battlefield 1 für mich richtig gut macht, ist zum Beispiel die neue Sweet-Spot Mechanik, die es einem Spieler erlaubt, abhängig von der gewählten Waffe in einem bestimmten Distanzbereich mit dieser einen 1-Shot Kill auf dem Oberkörper zu landen, ohne den Kopf treffen zu müssen.

Dem versierten und begabten Battlefieldschützen ist das zwar ein Dorn im Auge, denn so braucht sein Gegner weniger Präzision im Kampf, aber es führt mehr Einsteiger der Serie schneller ins Spiel und verschafft auch kurzfristige Erfolge gegen High-Level Dauerzocker. Dennoch ist und bleibt der Sweet-Spot ein heiß diskutiertes Eisen in der Community.

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Ebenso hart wird das geänderte Eroberungssystem für Flaggen diskutiert. Mit dem alten Ticketsystem, das bis Battlefield 4 zum Einsatz kam, verlor der Gegner zum Beispiel schneller Tickets, je mehr Flaggen das eigene Team halten konnte. Das führte zu einem deutlich stärkerem Teamplay, da man mehr koordinieren musste und es führte ebenso zu mehr Fairness. Denn man hat ein Spiel eben verloren wenn man nicht über lange Zeit hinweg die meisten Flaggen hielt. Battlefield 1 änderte dieses System zum Beispiel zu Gunsten der Kills (Link zu einer von unzähligen Diskussionen: off. Battlefield-Forum). Dazu haderten viele Spieler mit Waffen, die es im Szenario des ersten Weltkrieges nie gab, welche aber in Battlefield 1 zu den gefürchtetsten und meist genutzten zählen, wie zum Beispiel der Hellriegel.

Wo stehen wir also mit Battlefield 1?

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass viele Spieler Battlefield 1 verlassen haben, weil die Grundbalance des Spiels nicht richtig stimmig war in Bezug auf das Verlieren oder Gewinnen einer Runde oder in den Waffen. Wie oft kommt es vor, dass durch Rush und Base-Camp eine Runde mit 1000-300 ausgeht? Viel zu oft. Ebenso negativ angelastet wird dem Titel, dass der Spieler wenig motiviert wird wirklich im Squad und mit Blick auf das eigene Team zu agieren.

Dazu kommt harte Kritik der Community an den Lootboxen, welche einfach Zufallsgegenstände ausspucken und an dem „Premium“-Geschäftsmodell von Dice, bei dem man eben dafür zahlen muss Zugang zu allen Karten zu haben. Auf der anderen Seite steht Battlefield 1 für einen einfachen Einstieg ins Spiel, auch ohne große Erfahrung und dem entsprechendem Skill und viel Spaß durch prächtige, fahrende Ungetüme sowie Waffen mit richtig Rumms – mal ehrlich, der Knall einer Martini-Henry sorgt bei mir immer noch für richtig Gänsehaut. Also, Quo Vadis Battlefield V?

Was ich von Battlefield V erwartet habe

Als allererstes habe ich mir schon lange mal wieder einen richtig tollen Shooter im Setting des zweiten Weltkrieges gewünscht. Diese Zeit ist nicht nur in deutschen Schulen ein tiefgreifendes Kapitel sondern interessiert mich selbst auch sehr. Dazu habe ich erwartet, dass man bei DICE den niedrigen „Fun-Factor“ beibehält und diesem Szenario dann auch die Ernsthaftigkeit verleiht, welches es benötigt. So wie man das eben auch bei Battlefield 1 getan hat.

Ich teile nur wenige Kritikpunkte der Community am aktuellsten Titel der Franchise, aber auch ich erhoffte mir von Battlefield V ein Ende der Rush-Camp-Win Runden im Conquest-Modus. Alles andere habe ich gerne dem „Überrascht mich doch einfach“-Faktor unterworfen.

Hier ist Battlefield V – was dürfen wir erwarten

Hier ist also Battlefield V und der Trailer allein gibt eine Menge an Informationen darüber, wie der neue, noch unveröffentlichte Titel der Serie aussehen wird. Wer den Release gestern verpasst hat, dem fasse ich das Ganze noch einmal kurz in Worte.

Battlefield V wird sich im zweiten Weltkrieg abspielen. Die größten Neuerungen sind der wieder zum Leben erwachte Coop-Modus, ein reiner Luftkampf-Modus, ein aufgebohrter Operationen-Modus namens „Grand Operations“, ein neues Personalisierungssystem, Zerstörung in nie dagewesenem Maßstab, War-Stories für den Singleplayer-Modus, ein neues Respawn-System, das Ende des „Premium“-Modelles, neue Physik und Animationen. Das ist erstmal reichlich viel und ich möchte nur auf einige Punkte genauer eingehen (für detailliertere Informationen, BF Inside).

Beginnen wir beim wohl größten Kritikpunkt, den man bei DICE wohl nicht nur gehört sondern auch verstanden und geändert hat – dem „Premium“-Geschäftsmodell. Ab Battlefield V haben alle Spieler Zugang zu allen Maps und es gibt keine spielentscheidenden Vorteile gegen echtes Geld, also kein so genanntes pay-to-win. Halleluja! Danke! Next!

Die nächste Neuerung die dem Battlefield Veteran (< also dem Battlefield V -hihihi) auffällt, ist, dass der von der Community so heiß geliebte Coop-Modus zurück ist. Wie genau dieser aussieht, also ob man gemeinsam Missionen bestreitet oder zusammen die War-Stories spielt, bleibt abzuwarten. Obendrauf gibt es ein neues Respawn-System, eine größere Änderung des Spotting-Systems und ein neues System für Zerstörungen auf der Map und dem Wiederaufbau sowie der taktischen Erweiterung von Verteidigungspunkten, das so genannte Fortification-System.

Es sieht also direkt so aus, als hätte DICE das Franchise wieder auf einen guten Weg gebracht und Battlefield V mit dem bestückt, was die Serie so beliebt gemacht hat. Teamplay, Zerstörung, Taktik und dem Bedarf an Können an der Waffe. Das Wichtigste für mich dabei ist der Fokus auf Teamplay. DICE will Sologänger abstrafen und das Spiel für das Squad und das Team belohnen.

Darauf deuten viele Informationen rund um das neue Squadsystem. Zum Beispiel können nun nicht nur Medics einen Kameraden wiederbeleben, sondern jedes Mitglied des Squads. Das wiederbeleben wird dabei zwar länger dauern und weniger Lebenspunkte wiederherstellen, aber es ermöglicht dem Team ein enges Zusammenspiel. Durch die Möglichkeit das tote Squadmitglied sogar aus der Feuerlinie ziehen zu können eröffnet taktisch eine Menge neuer Möglichkeiten und ein ganz neues Teamgefühl.

Auch das neue Spawn-System wird diesen Aspekt des Titels unterstützen. Startete man in BF 1 noch voll ausgestattet mit Munition und Granaten bis unter die Halslinie, so wird man in Battlefield V mit sehr limitierter Ausrüstung auf den Gegner losgelassen. Danach ist das Teamplay wichtig um eben nicht mit Grashalmen nach einem MG-Schützen werfen zu müssen. Dazu wird sich die Gesundheitsanzeige nicht mehr wie bisher von selbst komplett füllen sondern nur zu einem bestimmten Grad. Umso wichtiger ist es also den teameigenen Medizinmann ins Spiel mit einzubeziehen und zu schützen. Well done, DICE!

Ein weiteres Video von Chefentwickler von DICE erklärt auch sehr gut, warum manches so ist, wie es ist:

Ein weiter Daumen geht hoch, wenn man sich die Informationen rund um die neuen Waffenmechaniken ansieht. Diese wurden von DICE komplett von Grund auf neu angelegt. Während man bei Battlefield 1 eher mit Glück als mit tatsächlichem Aiming einen Kill sichern konnte, wird es in Battlefield V genau an dieser Stelle mehr Zuverlässigkeit, Berechenbarkeit und Vorhersehbarkeit geben. Wie genau das aussieht ist zwar auch nicht bekannt, aber ich hege vollstes Vertrauen. Laut dem Entwicklerteam wird „jede Kugel dahin gehen wohin ich Ziele“. Volltreffer, das ist eine gute Nachricht.

Etwas skeptischer bin ich dagegen beim neuen „Fortification“-System, welches euch die Möglichkeit geben soll innerhalb eines Punktes, den ihr halten wollt, Verteidigungseinrichtungen anzulegen. Beispielsweise etwa eine Mauer aus Sandsäcken oder Gräben mit Stacheldraht garniert. Stellt man sich das in Battlefield 1 vor, ist man wohl tot, bevor man den Seitenschneider in der Hand hat und ich bin wirklich gespannt, wie das Gameplay gestaltet wird um solche Verteidigungsanlagen effektiv einsetzen zu können.

Last but not least bleibt dem Spieler auch ein neues Fortschrittssystem, in welchem man durch Spielzeit, Events und täglichen sowie wöchentlichen Missionen seinen Soldaten und seine Ausrüstung leveln und verbessern können soll. Ich selbst war mit dem Fortschrittsystem von Battlefield 4 etwas überfordert und fand das System von Battlefield 1 etwas zu flach. Eine Mischung aus beiden Systemen oder eben eine Generalüberholung würde ich mir hier wünschen und ich bin richtig gespannt, wie DICE diese Geschichte für die Spieler gelöst hat.

Also: Gamechanger oder Lame Duck?

Diese Frage kann ich zumindest für mich anhand der bisher gestreuten Informationen schon beantworten. Battlefield V wird definitiv kein Mind-Blowing Gamechanger werden, dafür aber eine begeisternde, gezielte Evolution innerhalb des Franchise.

Das Gameplay und die Spielerfahrung werden deutlich aufgebohrt und die Community-Wünsche wurden in vielen Punkten so berücksichtigt, dass ich glaube, dass selbst die wegen Battlefield 1 abgesprungenen Veteranen wieder zum Gewehr greifen und sich ins Schlachtengetümmel des zweiten Weltkrieges stürzen werden. Dafür werden nicht zuletzt das Redesign der Waffenmechaniken, das neue Squadsystem und natürlich auch die Physiklastigkeit des neuen Teils sorgen.

Was kann also schiefgehen? In genau dieser Frage steckt für mich der Teufel im Detail, denn zum Verbleib des Sweet-Spots gab es ebenso wenig Informationen, wie zum Ticketsystem. Zwei für mich eminent wichtige Elemente des Spiels, die über Erfolg und Misserfolg des neuen Teils auf mittelfristige Sicht entscheiden können.

Ich selbst wünsche mir viel historische Genauigkeit und wenige Fantasy-Elemente, wobei ich schon beim Ansehen des Trailers befürchtete, dass hier eher wieder der Spaßfaktor ins Zentrum gerückt worden ist. Alles in Allem wird sich Battlefield V sicher sehen lassen können und ich habe gestern direkt nach der Vorstellung meine Kopie des Spiels vorbestellt. Allein das Setting des Spiels und die bisher bekannten Neuerungen versprechen einen soliden Franchise-Shooter, welcher hier und da mit einem ordentlichen WOW-Effekt ausgestattet sein wird.

Alles Negative wird sich in den nächsten Vorstellungen und natürlich beim Launch des Spiels im Oktober zeigen. Interessierte sollten sich auf jeden Fall schon mal die EA PLAY vom 9.-11.6. vormerken, denn dort wird es deutlich mehr zu sehen geben (zur EA Play Seite). Wer nun nach dieser Wall of Text immer noch nicht genug hat, dem empfehle ich das sehr detaillierte und mit reichlich Informationen unterfütterte Video von Westie:

Oder für etwas mehr Analyse lastige Informationen sei euch Flakfire ans Herz gelegt.

Aber auch eure Meinung interessiert mich brennend. Bestellt ihr vor? Kauft ihr? Langweilt euch das Spiel jetzt schon? Haut mir eure Meinung zu Battlefield V gern in die Kommentare!


Vielen Dank von GAMERZ.one an Ben für seinen Gastkommentar 

4 Kommentare zu “Battlefield V - Gastkommentar zu Battlefield V – Gamechanger oder Lame duck?”

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