Crusader Kings III – Vom Bauern zum Grafen

Die Franchise "Crusader Kings" gibt es nun schon seit 2004 und der Name ist mir des Öfteren unter gekommen. Gespielt hab ich bisher keines der Titel, bis jetzt. Warum "Crusader Kings III" ein richtig tolles Spiel und eine erfrischende Abwechslung zu meinen aktuellen Games ist, erfahrt ihr in diesem Artikel.

I have no idea what i am doin

Unter dieser Headline könnte man irgendwie mal meine komplette Anfangserfahrung mit “Crusader Kings III” (CKIII) zusammenfassen. Euer Ziel ist es natürlich, über Generationen der eigenen Familie hinweg der Herrscher über die Bekannte Welt zu werden. Einfach oder? Weit gefehlt. Der Teufel steckt hier nämlich darin, dass man sehr langfristig denken und eben sein Reich über die Kinder und Kindeskinder und noch weiter voraus aufbauen sollte. Eurem Hauptcharakter stehen dabei diverse Mittel zu Verfügung. Von arrangierten Ehen, über die Vergabe von Titeln und Ländereien, von blutigen Schlachten hinzu hinterhältigen Intrigen mit Mord und Entführung ist quasi nichts undenkbar.

Das Ganze ist dabei so umfassend, wie es klingt und man hat am Anfang, trotz eines gut ausgestalteten Tutorial, von dem ich mir lediglich wünschte, dass es vertont worden wäre, keinen Plan was eigentlich vor sich geht. Immer wieder aufploppende Tooltipps bieten zwar eine gewisse Richtung und Hilfestellung, aber um eine simple Entscheidung zu treffen muss man sich Teilweise von Erklärungstext zu Erklärungstext zu Erklärungstext hangeln und ist hinterher genau so schlau wie vorher. Recherchiert man jedoch ein wenig im Netz zur Franchise und zum Entwickler Paradox dann merkt man schnell, dass es einfach ein Spielkonzept ist. Wer das Paradox Spiel “Stellaris” kennt, weiß, wovon ich rede.

Dank detailverliebtheit mit Suchtpotential

Was mich von diesem Spiel schon direkt am Anfang überzeugt hat, neben der unfassbar gewaltigen Spieltiefe, ist der Detailreichtum. Jeder, aber auch jeder Charackter mit dem ihr ihm Spiel zu tun bekommt hat seine Eigenschaften, Charakterzüge, eine bestimmte Meinung von euch und mehr. Selbst wenn es der Bauer Müller aus der Provinz rot-weiss-Unterhose ist. Oft könnt ihr schon am Portrait der Person sehen, was das für einer ist. Hat er Lepra, oder säuft er, das sieht man schon am Portrait und all diese Dinge sind nützlich um mit dem Spielverlauf voranzukommen und die Beziehungen aller Mitspieler geschickt zu verflechten.

Besonders spannend finde ich die Talentbäume des amtierenden Herrschers, also eures Hauptcharakters. Ihr könnt nämlich für euch einen bestimmten Lebenswandel wählen, zum Beispiel als ein geschickter Diplomat. Innerhalb des Lebenswandels erwarten euch dann Spezialisierungen und Talentbäume, mit denen ihr euren Charakter bis zum Tod stetig weiter entwickeln könnt. Habt ihr einen Talentbaum vollständig ausgebaut, erwartet als Lohn ein Perk auf euch, der euch das Leben oft um einiges einfacher macht. Egal was ihr tut, ihr müsst eben immer daran denken, dass man im Mittelalter nicht ewig gelebt hat und so kann es passieren, dass ihr auf einen Schlag euer gesamtes Reich verliert, wenn ihr nicht genügend voraus gedacht habt.

Genau da liegt, wie ich finde auch der absolute Reiz und gewaltiges Suchtpotential. Doch zuvor muss man sich eben durch begriffe wie Domäne, Dynastie, De-Joure wühlen oder den Unterschied zwischen Grafschaft, Baronie und Königreich begreifen. Wem das dann alles noch zu langweilig ist, der kann sich nebenbei noch damit beschäftigen, jede Burg im reich weiter zu bebauen und zu entwickeln, sich mit dem höfischen Rat auseinandersetzen oder machthungrige Vasallen in Schach zu halten. Es gibt immer was zu tun und es ist eine absolute Erleichterung, dass man den Zeitablauf im Spiel beliebig beschleunigen, verlangsamen oder pausieren kann. Andernfalls käme man wohl mächtig ins Schwitzen.

Soll und Haben

Zu eben diesen vielen Dingen, die Crusader Kings III richtig gut machen, gesellt sich auch noch ein richtig schicker Multiplayer-Modus, der es euch ermöglicht mit oder gegen eure Freunde zu spielen. Außerdem ist das Menü an sich sehr übersichtlich gestaltet, ihr könnt zu verschiedenen Zeiten des Mittelalters mit verschiedenen Startgebieten und damit verbundenen Schwierigkeiten starten. Kurzum, es ist für jeden was dabei! Was mir ziemlich auf den Nerv geht ist allerdings die ewig dahinplätschernde Spielmelodie und das etwas gewöhnungsbedürftige Spielprinzip der Kriegsführung. Wann und wie man reguläre Armeen, Kriegsvölker oder Söldner ausheben oder kaufen sollte, wie man sie am geschicktesten Einsetzt und ob es sinnvoll ist, Verbündete zu den Waffen zu rufen oder nicht, das erklärt einem irgendwie niemand und ich empfinde die Kriegsführung mit als das schwierigste Element im Spiel.

Das zweite schwere Element des Spiels, die Verwandtsverhältnisse und die Beziehungen der Charaktere untereinander insbesondere dann, wenn um die Nachfolge in der Erbschaft und somit um Ländereien und Titel geht, wird vom Tutorial auch eher nur angerissen und hier ist der Spieler meiner Meinung nach ohne ein paar Youtube Videos meist aufgeschmissen. Das hätte man einfach mehr und besser erklären können.

Solltet ihr spielen!

Alles in allem ist Crusader Kings III aber ein fantastisches, süchtig machendes Spiel mit viel Tiefe und Spass, auch wenn das anfangs nicht so aussieht. Es ist mir eine willkommene Abwechslung zu allen Multiplayer-Shootern wie Escape from Tarkov oder dem 73. Durchgang von Assassins Creed Odysseey. Aktuell ist das Spiel auch im XBOX Game Pass (für PC), welchen ihr im ersten Monat für nur einen €uro haben könnt. Danach könnt ihr direkt wieder kündigen oder eben den Pass für 9 €uro monatlich weiter führen. Somit kann man diesen tollen Titel quasi für 1 €uro testen und Spielen. Nachdem ich das Spiel nun ausgiebig probiert habe, kann ich euch aber auch verraten, dass das Spiel seine aktuell rund 35 €uro absolut wert ist. Happy Gaming!

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