Im GAMERZ.one Review: MSI Nightblade MI3 – Vollgas mit Optane!

Kompakt, flott und guter Preis? Alles zusammen zu bekommen ist nicht sooo einfach, doch der MSI Nightblade MI3 gibt sich alle Mühe ein guter Gaming-Allrounder für Gelegenheits- und Casual-Gamer zu sein. Und er wartet mit einer Neuheit auf: Intels Optane. Wir sagen Euch, was wir vom Nightblade MI3 halten!

Nach den ganzen absoluten Highend-Gaming-Kisten in den letzten Wochen habe ich heute etwas Günstigeres für Euch im GAMERZ.one Test: Den Nightblade MI3 von MSI! Der Gaming-PC kostet vergleichsweise günstige 1099 Euro und ist mit einer Besonderheit ausgestattet: Intel Optane. Was es hiermit auf sich hat, das erfahrt ihr hier in meinem neusten Review.

Ein wenig Technisches über den MSI Nightblade MI3

Bevor ich aber zu Optane komme, erstmal ein paar Details zum Nightblade MI3. Befeuert wird der kompakte Gaming-Rechner mit einem Intel Core i5-7400 Quadcore mit 3GHz, 8GB RAM und einer Nvidia GTX 1050 Ti mit 4GB GDDR5 RAM. Als Massenspeicher dient eine 2TB herkömmliche Festplatte. Und hier kommt die Besonderheit zum Tragen, denn MSI verbaut hier keine SATA/M.2-SSD für das Betriebssystem. Dieses liegt nämlich auf einer ca. 1TB großen Partition auf der verbauten 3,5″ HDD.

Der MSI Nightblade MI3 - Kleiner kompakter Gelegenheits-Gamer-PC
Der MSI Nightblade MI3 – Kleiner kompakter Gelegenheits-Gamer-PC

Das klingt etwas „oldschool“ und für den Preis des Systems auch nicht mehr zeitgemäß? Ja, grundsätzlich schon. Wenn da nicht der Umstand wäre, dass MSI als erster Hersteller hier auf Intels Optane setzt, eine Technik, mit der man herkömmlichen Festplatten massiv Dampf macht!

Ansonsten sind die üblichen Features mit an Bord: 5x USB 3.1 Gen1 Typ A und auch 1x Typ C, also der beidseitig einsteckbare Mini-USB Anschluss. DVD-Brenner, Windows 10 Home, Bluetooth 4.0, WLAN-AC und Support für Mystic Light fehlen natürlich ebensowenig wie der frontseitige VR-Link für den Anschluss eines etwaigen VR Headsets.

MSI Nightblade MI3 - Hardwareinfo
MSI Nightblade MI3 – Hardwareinfo

Technische DAten Nightblade MI3

MSI Nightblade MI3

Aber okay, was ist denn nun Intel Optane?

Vor etwas mehr als zwei Jahren begann Intel die Arbeiten an seinem 3D-XPoint genannten Speicher, der damals mit extrem niedrigen Latenzen und sehr hohen Übertragungsraten glänzen sollte. Schneller als jede damals existierende SSD sollte sie nicht SSDs ersetzen, sondern herkömmlichen Festplatten als Lese- und Schreibpuffer dienen und sie so massiv beschleunigen, sie also zur günstigeren Alternative zu den herkömmlichen und damals noch sehr teuren SSDs machen.

Intels Optane ist im Grunde ein kleiner „Cache“ mit 16 oder 32GB Speicherkapazität. Er nutzt den mittlerweile sehr beliebten und auf nahezu allen neuen Mainboards vorhandenen M.2 Standard. M.2 ist ein kleiner und extrem schneller Anschluss auf dem Mainboard, wo eine entsprechend passende SSD befestigt werden kann. Der Anschluss nutzt zwei bis vier PCI Express Lanes als Transportmedium und kann so bis zu 3GB/s (je nach verwendetem PCIe Standard) an Bandbreite zur Verfügung stellen. Zum Vergleich: Ein herkömmlicher SATA3 Anschluss stellt maximal 550MB/s zur Verfügung. Hierfür gibt es 2TB SSDs, die um die 650 Euro kosten. Maximal verfügbar für den M.2 Anschluss sind momentan bis zu 2TB Speicher bei einem Preis etwa 1000 Euro. Allerdings muss der M.2 Anschluss explizit für Optane freigegeben sein, sonst funktioniert der Spaß nicht.

Optane kommt in Blau: auf der Rückseite des Motherboards verbaut beschleunigt diese kleine Platine die 2TB HDD des Systems!
Optane kommt in Blau: auf der Rückseite des Motherboards verbaut beschleunigt diese kleine Platine die 2TB HDD des Systems!

Natürlich gibt es eine ähnliche Technik direkt in Festplatten eingebaut, die sogenannten Hybrid-Festplatten oder auch SSHD. Dort werkelt ebenfalls ein Cache, der als Lese- und Schreibpuffer dient. Doch wenn dieser kaputt ist, ist die Festplatte schlicht und ergreifend unbrauchbar. Daher die Idee von Intel mit Optane diesen Cache auszulagern.

Zwei Jahre hat es von der Idee bis zum fertigen Produkt hat es gedauert und mittlerweile sind SSDs bei steigenden Kapazitäten deutlich günstiger geworden. Ist Optane daher überflüssig geworden?

Nö! Mitnichten.

Vorteil Optane vs. M.2 SSD vs. SATA3 SSD

1000 Euro für 2TB superschnellen M.2 Speicher ist eine deftige Ansage. Auch 650 Euro für 2TB normalen SATA3 SSD-Speichers ist schon noch heftig. Und gerade in Zeiten speicherfressender Games – Black Ops 3 auf PC ist mittlerweile 100GB groß! – gilt die Devise: Je mehr Speicher, desto besser! Aber bitte flott. Und hier greift Intels Optane an und bietet die Möglichkeit sich schnellen UND günstigen Speicher zuzulegen.

Optane beschleunigt als M.2 Cache nämlich völlig herkömmliche Festplatten. Ihr könnt Euch also eine beliebige 2TB Festplatte für ab etwa 60 Euro (!) kaufen und mit einer Optane beschleunigen. Herkömmliche Festplatten schaffen etwa 100MB/s lesen und schreiben (okay ja, ist ganz grob gesagt. Es gibt welche, die sind noch etwas schneller, aber auch teurer!), doch mit Optane werden bei der 16GB Version Leseraten von 900MB/s und Schreibraten von 150MB/s erreicht, bei der 32GB Version etwa das Doppelte. Natürlich ist eine reine SATA3-SSD beim Schreiben nochmal deutlich schneller – preislich dann aber eben auch eine andere Kiste!

Die 2TB Festplatte - herkömmlich, aber nicht lahm, Dank des 16GB Optane Caches von Intel!
Die 2TB Festplatte – herkömmlich, aber nicht lahm, Dank des 16GB Optane Caches von Intel!

Optane selbst kostet nämlich etwa 50 Euro für die 16GB Variante, die 32GB Variante etwa 80 Euro. Vergleicht man das plus die Kosten einer 2TB HDD mal mit einer 2TB M.2 SSD, so spart ihr etwa 900 Euro, während ihr bei einer herkömmlichen SATA3-SSD etwa 500 Euro spart und habt dennoch ein extrem schnelles System bei genauso f***ing viel Speicherplatz!

SSD um längen schlagen?

Mit Optane vielleicht nicht per Speed möglich, aber wenn man es auf die Spitze treiben will: Man bekommt aktuell keine (haushaltsübliche) SSD mit 8TB Speicher. Mit Optane aber könnt ihr euch eine herkömmliche 8TB Festplatte zu einer „Pseudo-SSD“ erweitern und habt nicht nur massiven Speicher, sondern massiv schnellen massiven Speicher für vergleichsweise verdammt wenig Kohle. Was will der Gamer mehr?

Normalerweise verbauen viele eine kleinere SSD mit 128 oder 256GB Speicher. Da ist man immer gezwungen zu überlegen, welche Programme man auf dieser installiert um sie schnell starten zu können und welche man aus Speicherplatzgründen dann doch eher auf die gewöhnliche HDD schiebt. Das fällt bei Optane mit einer gewöhnlichen Platte kombiniert schlicht und einfach weg. Pörfekt!

Übrigens, sollte Optane mal das Zeitliche segnen – kein Problem! Das System bleibt weiter voll funktionsfähig, ist halt nur etwas langsamer. Man kann die defekte Optane dann einfach ausbauen, neue Optane einbauen, fertig. Das System wird zunächst etwas Zeit zum „trainieren“ benötigen, ist dann aber wieder wie gewohnt schnell.

Ordentlich Dampf im Nightblade MI3

Im Fall des MSI Nighblade MI3 sind eine 16GB Optane und eine 2TB Festplatte verbaut. Und man spürt nicht, dass hier eigentlich eine herkömmliche HDD werkelt. Das System ist richtig schnell und quasi nicht von einem System mit reinem SATA3-SSD Speicher zu unterscheiden ist!

MSI Nightblade MI3 - Crystal Disk Mark Benchmark
MSI Nightblade MI3 – Crystal Disk Mark Benchmark

Windows bootet in nullkommanix und auch sämtliche Games sind flott geladen. Lediglich hier geht es mit einer M.2 SSD einen Bruchteil schneller, im Schnitt etwa 1 Sekunde (kleine Randbemerkung: Mein eigenes System hat eine M.2 SSD mit etwa 1,5GB/s lesen und 1GB/s schreiben, früher setzte ich auch eine reine SATA3-SSD ein). Ist also absolut zu vernachlässigen.

Oder, wer ganz nackte Zahlen haben will: Die 16GB Optane schafft hier die weiter oben bereits erwähnten etwa 900MB/s lesen und 150MB/s schreiben und arbeitet damit lesend etwas über, beim Schreiben etwa gleich auf dem Niveau einer herkömmlichen SATA3-SSD.

Genug Optane – was geht sonst mit dem Nightblade MI3?

Leider ist nur eine GTX 1050 Ti verbaut. Leider? Naja, das dachte ich zumindest am Anfang. Fakt ist aber: Die 1050 Ti reicht für einen durchschnittlichen Zocker absolut aus. Black Ops 3 läuft auf FullHD mit etwas niedrigeren Grafikeinstellungen immer noch mit 80-90FPS ohne nach Pixelbrei auszusehen – absolut ausreichend! Auch Battlefield 1 und Battlegrounds laufen flüssig in noch anständiger Grafik.

Besitzt man noch einen Monitor mit G-Sync, dann holt man das letzte Quäntchen an Flüssigkeit aus den verfügbaren FPS. NATÜRLICH werden Grafik-Fetischisten (wie ich) nicht ganz zufrieden sein, aber als kompakter Zwischendurch-Gamer-Rechner ist der Nightblade MI3 absolut gut!

MSI Nightblade MI3 - Reichlich Frischluft für die Grafikkarte
MSI Nightblade MI3 – Reichlich Frischluft für die Grafikkarte

Verarbeitung und Aufrüstbarkeit

Von außen sieht der Nighblade richtig gut verarbeitet aus und ist extrem kompakt, nimmt also nicht viel Platz auf dem Schreibtisch weg. Ja, AUF dem Schreibtisch, denn anders als andere Tower-Rechner nimmt der wirklich nicht viel Platz weg.

Da mag man meinen, dass man bei der Aufrüstbarkeit Abstriche machen muss, falls man doch mal etwas mehr Leistung benötigt. Natürlich hab ich daraufhin den Nighblade MI3 aufgeschraubt und mir die Innereien angesehen.

Die Grafikkarte des MSI Nightblade MI3, eine Nvidia GTX 1050 Ti.
Die Grafikkarte des MSI Nightblade MI3, eine Nvidia GTX 1050 Ti.

Und ich bin f***ing begeistert! Ernsthaft: Selten hab ich solch ein absolut durchdachtes Gehäuse gesehen! Prinzipiell lässt sich die verbaute GTX 1050 Ti locker gegen eine 1070 austauschen (ach, verdammt. Hätte ich jetzt auch mal testen können…). Eine 1080 dürfte wegen des dann vergleichsweise schwachen Netzteils schwierig werden, die 350 Watt sollten aber gerade so noch für die 1070 reichen.

Der RAM lässt sich auf bis zu 64GB hochrüsten, die CPU lässt sich unter der Kompakt-Wasserkühlung ebenfalls austauschen und es stehen zwei weitere M.2 Anschlüsse auf dem Mainboard zur Verfügung. Somit könnte man, sollte Optane doch zu langsam sein (hah!) auch einfach mehrere M.2 SSDs im RAID1 laufen lassen. Außerdem ist noch Platz für eine weitere herkömmliche Festplatte und auch eine herkömmliche SATA3 SSD kann noch verbaut werden. Lediglich das 350W Netzteil wird hier zwangsläufig Limits setzen und das Netzteil ist leider auch nicht mal eben aufrüstbar. Trotzdem, wahrlich nicht übel für ein so kompaktes Gehäuse!

Auch eine herkömmliche SSD findet noch Platz im MSI Nightblade MI3
Auch eine herkömmliche SSD findet noch Platz im MSI Nightblade MI3

Fazit

Natürlich kann man sagen, 1099 Euro sind für einen so ausgestatteten Gamer-PC etwas zu viel und man könnte sich einen ähnlichen Rechner günstiger zusammenschrauben. Ja, das könnte man so sagen. Aber weder hat jeder dieses Wissen dazu noch möchte man sich vielleicht mit der Materie des Selbstbau-PCs intensiv auseinandersetzen. Und in der Regel bekommt man schon gar nicht einen so kompakten PC mit herkömmlichen Komponenten ohne Probleme hin.

Für alle, die einen flotten Durchschnitts-Gamer-PC suchen, der für aktuelle Spiele, wenn auch nicht in Highend-Grafik, immer noch genügend Leistung bereitstellt und auch für zukünftige Aufrüstungen gewappnet sein soll, für die ist der Nightblade MI3 perfekt. Er ist, dank Intels Optane mit riesigem UND schnellem Speicherplatz ausgestattet und qualitativ sehr gut verarbeitet. Hochwertige Komponenten wurden verbaut und in Punkto Aufrüstbarkeit sollten andere Hersteller sich hier eine Scheibe abschneiden.

Preis/Leistungs-Tipp für Casual-Zocker!

Bildergalerie

0 Kommentare zu “Im GAMERZ.one Review: MSI Nightblade MI3 – Vollgas mit Optane!”

Bisher hat noch niemand einen Kommentar hinterlassen. Schande! Schreib DU doch den ersten! LOS!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.