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SW: Fallen Order - EAs letzte Chance

Ich hab in letzter Zeit einige Probleme mit EA als Publisher. Dabei geht es nicht darum, wie sich die Strategie der Company „Games as a service“ auf die Spiele auswirkt, sondern vielmehr, wie EA in den letzten Jahren mit Star Wars umging. Mehr dazu in unserem Artikel.

Versteht mich bitte nicht falsch. EA ist zwar unter Gamern das Lieblingsunternehmen, wenn es darum geht sie zu haten. Doch möchte ich nicht EA haten, sondern vielmehr aufzeigen, was mich zurzeit an der aktuellen Lage von EA, insbesondere anhand der Star Wars Marke stört.

Ein Rückblick auf Vergangenes

In der Vergangenheit war LucasArts das unangefochtene Unternehmen, welches für die meisten der legendären Spiele verantwortlich war. Spiele wie die Jedi Knight Reihe mit Figuren wie Kyle Katarn, wurden sogar so sehr berühmt, dass sie einst im (alten) Expanded Universe eine feste Stellung genießen konnten. So wurde auch vor dem neuen Kanon schon geklärt, wie die Rebellen an die Pläne des Todessterns kamen und diese Storyline war nicht weniger spannend, wie Rogue One. Doch kam die Spieleschmiede von LucasArts in die Jahre. Das letzte große und erolgreiche Spiel war noch The Force Unleashed aus dem Jahr 2008, was ebenfalls eine gute und spannende Geschichte bot und immernoch eine tolle Mischung für Fans der alten und prequel Trilogie war.

Kyle Katarns Geschichte gehört wohl mit zu den besten im Expanded Universe.

Doch sollte dies das nun letzte Spiel von LucasArts sein, welches tatsächlich noch von Fans gefeiert wurde? Denn gerade die letzten fünf Jahre vor der Schließung LucasArts durch Disney zeigten, dass das Studio kaum noch in der Lage war, Spiele rauszubringen, die mehr oder weniger Qualitätsstandards erfüllten. The Force Unleashed 2 war mit seiner schlechten Geschichte, seinem schlechtem Leveldesign und der legendären Spielzeit von nur sechs Stunden ein totales Desaster. Star Wars Kinect war dann vor allem für mich der Sargnagel des Star Wars Franchises im Spielesegment. Unrühmlicherweise war es dann auch das letzte Spiel von LucasArts. Die letzten Projekte, wie Star Wars 1313, First Assault und das unangekündigte Darth Maul Spiel, wurden alle eingestellt als Disney ganz LucasFilm übernahm und dann auch schlussendlich LucasArts 2013 schloss.

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Der EA & Disney Deal

Ein Schritt von Disney der damals für viel Furore sorgte. Gerade die Schließung von LucasArts gefiel einigen alteingesessenen Fans überhaupt nicht und flamten gegen Disney. Doch muss ich gestehen, dass ich damals nicht um LucasArts besonders viel trauerte. Klar war es schmerzhaft ein altes Studio, das über 30 Jahre der Videospielkultur miterlebte und prägte, nicht mehr weiter zu erleben. Doch hatte LucasArts irgendwie nicht mehr den Bezug zu guten Spielen gefunden und dies über fünf Jahre hinweg. Gerade Disney wollte sich wohl mehr auf die neuen Filme fokussieren, als sich mit dem immer größer werdenden Spielemarkt zu beschäftigen. Dabei darf man nicht vergessen, dass gerade GTA V mit seinen 265 Millionen (100 Millionen allein Entwicklungskosten) bewiesen hat, wie teuer Spieleentwicklung im Triple-A Segment geworden ist und somit auch risikoreicher.

Auch weiterhin hat EA die exklusiven Star Wars Rechte.

Nur zum Verständnis: Ein Teil warum in Hollywood heutzutage nur noch Remakes, Reboots, etc. entstehen ist aufgrund des höher werdenden Risikos in der Unterhaltungsindustrie. Ihr müsst euch vorstellen, dass ein Misserfolg dazu führen kann, dass ganze Studios in die Insolvenz getrieben werden können. Dieses Risiko ist gerade in den letzten fünf Jahren im Spielesegment immer größer und größer geworden. Womöglich war dies eines der Hauptgründe für Disney auf die Goldmarke im Spielesegment zu verzichten.

Stattdessen wurde die Lizenz an den höchstbietenden Verkauft, wenn auch nur zeitlich begrenzt. Noch im Mai 2013 bekam EA die exklusiven Star Wars Rechte im Videospielbereich.

A new Hope?

Tatsächlich war ich selbst einst überzeugt, dass EA die beste Wahl für die Star Wars Lizenz ist und dies obwohl EA im selben Jahr noch zur schlechtesten Firma 2013 gekürt wurde. Ich war deswegen überzeugt, weil schnell klar wurde, dass EA ein fähiges Portfolio an Studios besaß. Die Lizenz wurde auf DICE, Visceral Games und Bioware verlagert.

DICE wollte sich vermehrt um Battlefront kümmern, da zur selben Zeit vermehrt Battlefront III Videos zum alten Projekt von LucasArts und FreeRadical geleaked wurden. Und DICE als das Studio, das mit die Battlefield Reihe geschaffen hat, war somit perfekt für ein neues cooles Battlefront, welches ja selbst früher sehr stark von Battlefield inspiriert war.

Visceral war nicht weniger spannend. Sie sollten ein völlig neues Star Wars Spiel erschaffen, das ursprünglich für das Jahr 2018 angedacht war. Immer mehr Gerüchte kamen auf, dass es womöglich das alte 1313 sein könnte, was Visceral nun weiterentwickelt.

Bioware hingegen nutzte die Lizenz hauptsächlich, um die Star Wars: The Old Republic fortzusetzen. Doch es bestand auch Hoffnung, dass womöglich auch Bioware selbst ein völlig neues Spiel konzipieren könnte. Schließlich sind sie die Entwickler von dem legendärem Knights of the Old Republic gewesen.

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Alles Studios die enormes Potential bieten, um grandiose Star Wars Spiele zu kreieren und zu erschaffen.

Ernüchterung

Wenn man sich nun die Erwartungshaltung der Fans im Kontext zu den letzten Jahren von LucasArts und dem EA & Star Wars Deal anschaut, dann ist klar, dass die Fans selbst nach der Schließung von LucasArts immer noch auf ihre guten Star Wars spiele warten. Denn die Spiele, die erschienen sind, waren kaum den Erwartungen gerecht oder waren dermaßen von Problemen geprägt, dass EA sie gleich cancelte.

DICE beispielsweise war geprägt von Selbstzweifel, was Battlefront anging. Man fürchtete sich vor den immensen Erwartungen der Fans und der alten Battlefront Reihe gerecht zu werden. Letztlich war Battlefront (2015) mehr enttäuschend, als eine Offenbarung. Grafisch war das Spiel zu dem Zeitpunkt das schönste Star Wars, was man je betrachten durfte. Die Spielmodi hingegen waren ganz nett, doch fehlte dem Spiel eine Seele oder eine gewisse Identität, wie es beispielsweise in den alten Teilen der Fall war. Die Modi waren ganz nett, doch man erreichte das Lategame relativ schnell und dann gab es kaum noch etwas zu tun, da man hierbei auch auf einen Singleplayer verzichtete. Lediglich der Helden Modus war ganz spaßig zu spielen, doch verlor dieser auch irgendwann schnell seinen Reiz. Hinzu kam noch die nervende Preispolitk von EA mit dem Premium Pass, bei welchem im Laufe der nächsten Zeit neue Maps, Modi und Charaktäre hinzugefügt werden sollten.

Schon vornerein waren die Fans enttäuscht darüber, dass es keine Boden-Luft Schlachten gab, wie im ursprünglichen Battlefront III angedacht war, und dass viele spielerischen Feinheiten, wie Beispielsweise das Steuern von Fahrzeugen nicht mehr so intiutiv war, wie zur alten Zeit.

Für mich hingegen war dieses Battlefront 2015 schon als Reboot enttäuschend, da das Spiel nicht mal mehr den „Galaxy Conquer“ Modus hatte. Das allererste Battlefront besaß zwar auch keine Story in diesem Sinne, doch bot der Galaxy Conquer Modus wenigstens eine spaßige Alternative.

Auch der zweite Anlauf misslang

Der zweite Teil sollte nun alles besser machen, indem es nun wieder eine Singleplayer Kampagne geben sollte mit einer Geschichte, einem verbessertem Multiplayer und einem „Games as a Service System“, bei welchem das Spiel den Nutzer kostenlos erweitert wird mit neuen Maps, Charakteren und vielem mehr, welche allerdings durch Mikrotransaktionen und Lootboxen finanziert werden sollten.

Doch auch dieser Versuch glich für Fans mehr einem tritt in die Magengrube, als wirklich gehobener Service (ähnlich wie Episode 8). Die Mikrotransaktionen allein lösten einen Sturm der Empörung aus und sorgten für eine hitzige Debatte darüber, ob Lootboxen Glückspiel seien bzw. gar verboten gehörten. Alles in allem war auch der Multiplayer, trotz Eingliederung der Prequel-Trilogie nichts atemberaubendes. Selbst der Singleplayer war sehr schnell durch und bot eine wenig spannende Story und noch weniger spannende Gefechte.

Vom auch weiterhin nicht vorhandenen Galaxis Eroberungsmodus will ich gar nicht erst anfangen…

Viscerals Untergang

Für Visceral Games, dem Entwickler hinter der Dead Space Reihe, war Star Wars am Ende sogar das Todesurteil. Denn die Entwicklung an dem neuen Star Wars Spiel fing angeblich schon 2013 an, doch wurde Battlefield Hardline noch 2014 unter Visceral Games fertig gestellt. Bis heute wissen wir auch nicht im Grunde was dessen Star Wars Spiel werden sollte. Gerüchten zufolge nach sollte man in die Rolle eines Schmugglers schlüpfen, der dann während der Zeit des galaktischen Imperiums seine Geschichte erlebt. Das wars. Mehr weiß absolut keiner, außer Amy Hennig, denn diese trat 2014 dem Studio bei und wollte eine Uncharted ähnliche Singelplayer Geschichte erzählen.

Doch 2017 wurde Visceral geschlossen und das Spiel wurde EA Vancouver weitergegeben. Die sollten das Spiel zu einem Open World Multiplayer mit „Games as a Service“ Elementen machen. Doch auch dieses Spiel wurde nun vor kurzem gecancelled, da es schlicht zu lange gedauert hätte, ein Spiel, welches auf kleine Areale, wie in einem Uncharted ausgelegt war, wieder auf eine Open World zu strecken.

Man kann also sehen, dass die Entwicklung des vielversprechenden Visceral Spiels vom Pech verfolgt waren. Womöglich lastet ein Fluch auf 1313, dass es in keiner einzigen Form hätte erscheinen sollen. Ob so oder so, wir warten immer noch auf eine klasse Singleplayer Erfahrung.

Bioware?

Bioware veröffentlichte ein Addon zu The Old Republic und das wars. Keine Pläne, keine sonstige Strategie, nicht einmal Gerüchte gibt es zu dem Thema! Ziemlich ernüchternd…

Singleplayer ist nicht tot!

An dieser Stelle möchte ich auch allen Leuten, welche Singleplayer als zu langweilig oder gar als tot empfinden haushoch wiedersprechen. Gerade das Jahr 2018 bewies uns eine unglaubliche Singleplayer Erfahrung mit God of War, Red Dead 2 und A Way Out, wenn auch das letztere mehr Koop war. Doch zeichnete sich Star Wars schon immer durch seine besonderen Geschichten und Charakteren ab und eher weniger auf die Schlachten, auch wenn die Prequels etwas anderes suggerieren wollten.

EAs letzte Chance mit Respawn!

Damit sind wir auch beim eigentlich Kernpunkt angelangt. Heute findet die Star Wars Celebration statt und höchstwahrscheinlich werden wir hierzu nun endlich etwas über Respawns neues Spiel „Star Wars: Jedi Fallen Order“ erfahren. Über dieses Spiel ist lediglich nur bekannt, dass das Spiel wieder sehr stark auf Singleplayer ausgelegt sein wird und dies von einem Studio, welches mit Titanfall 2 den meiner Meinung nach besten Singleplayer Shooter seit Half Life 2 abgeliefert hat.

Doch ist dies nun die letzte Chance für EA zu beweisen, ob sie der Star Wars Lizenz würdig sind. Der Unmut der Fans wird immer lauter, manche starteten sogar Petitionen gegen EA, damit sie die Star Wars Lizenz wieder abgeben. Und ganz ehrlich? Wie sollte man es den Fans verübeln. EA hat mit dieser Goldmarke Star Wars kaum Sachen gewagt, geschweige denn überhaupt richtig gezeigt, in welche Richtung sie mit Star Wars gehen wollen. Man hat bislang nur das Gefühl, dass es weiterhin Battlefront gibt und das wars.

Und wenn jemand wie ich, lieber Singleplayer mit einer tollen Geschichte und Erfahrung spielt, dann muss man gestehen, dass man seit gut 11 Jahren auf etwas würdiges wartet und man so langsam frustriert darüber ist, wie Star Wars nicht nur in der Filmbranche, sondern nun auch in der Videospielszene langsam verkümmert.

Fazit

EA ist bislang als Lizenzträger der Star Wars Marke eine gigantische Enttäuschung. LucasArts schaffte es in der selben Zeit, wie EA unzählige Star Wars Spiele rauszubringen. Man könnte der Auffasssung sein, dass die eigenen EA Entwickler schlicht überlastet sein, wegen der Doppelbelastung, nämlich zum einen die eigenen Marken aufrecht zu erhalten, wie DICE mit Battlefield und dann dazu noch Star Wars Spiele zu entwickeln, welche ein vollkommen anderes Konzept benötigen, als bisher.

Doch selbst dieses Argument ist kaum eine Entschuldigung dafür, wie EA zurzeit mit Star Wars umgeht. EA war mal unter anderem Lizenzträger der Herr der Ringe Rechte und schaffte es zu Hochzeiten der Herr der Ringe Saga, legendäre Spiele zu erschaffen, wie beispielsweise „Herr der Ringe: Schlacht um Mittelerde“ oder das Spiel zu „Die Rückkehr des Königs“. Alles fantastische Spiel, die im Laufe der 2000er Jahren erschienen.

Daher bleibt weiterhin die Frage, warum EA sich so schwer tut, Spiele zu veröffentlichen, die über die Qualitätsstandards hinausgehen. Vielleicht ist es auch Disney, welche die Obhut des neuen Kanon besitzen und damit ein ewiges Vetorecht gegen EA besitzen? Wir wissen es leider nicht und können daher nur hoffen, dass „The Fallen Order“ mich und die gesamte Fankultur wieder auf Star Wars positiv stimmt.

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