Escape from Tarkov: Der Reiz des auf die Fresse kriegens – Fazit

Das Spiel Escape from Tarkov polarisiert die Gaming-Community. Was mein Fazit nach zwei Wochen und einigen Stunden des Spielens zum Hardcore-Shooter ist, lest ihr in diesem Artikel

Ich habe nun fast täglich jeden Abend ein paar Stunden Escape from Tarkov gespielt und für mich ein persönliches Fazit gezogen,welches ich heute mit euch Teilen möchte. Was dieser Shooter kann, warum er aktuell noch in der Beta-Phase ist und warum die meisten Spieler ihn liegen lassen werden, erfahrt ihr heute in diesem Artikel.

State of the game

Wie bereits schon in anderen Artikeln beschrieben, befindet sich der Hardcore-Survival Shooter Escape from Tarkov (kurz EFT) aktuell in der BETA Phase, es gab bereits mehrere Wipes des Herstellers und wir schreiben die Software-Version 0.12.4. Das Spiel selbst funktioniert im Großen und Ganzen relativ fehlerfrei, sieht man mal von ein paar Lags und immer wieder kehrenden Verbindungsunterbrechungen zu den Spielservern ab. Letztere sind zwar nervig und wenn man grad mit Loot im Wert von mehreren Millionen Ingame-Rubeln zum Exit wollte, sicherlich mehr als ärgerlich, aber generell gesehen läuft die Sache recht rund. Invisible Walls, Lags und Disconnects zeichnen ja heut zu Tage sowieso jeden besseren Shooter aus 😛 Auch die Performance-Optimierung bedarf noch der Nachbesserung durch den Entwickler Battlestate Games.

Der “Reiz des auf die Fresse kriegens”

An dieser Überschrift habe ich nun locker einen Tag gefeilt, aber anders kann man nicht zusammenfassen, was Escape from Tarkov wirklich ausmacht und den Suchtfaktor dieses Spiels am Besten charakterisiert. EFT ist ein unfassbar schwerer Hardcore-Shooter, bei dem der Aprilscherz zum Beispiel dahin ging, dass man in der neusten Version des Games das Zwinkern mit dem Charakter nicht vergessen darf, weil man sonst stirbt.

Das zeigt eigentlich woran der geneigte Gamer bei Escape from Tarkov eigentlich ist. Verwendest du für deine Waffe zu schwache Munition, kriegst du auf die Fresse. Verwendest du Waffen die schlecht gemoddet und damit zu hohen Recoil haben, kriegst du auf die Fresse. Achtest du nicht auf deinen Wasser und Nahrungshaushalt, kriegst du auf die Fresse. Bewegst du dich im Spiel zu schnell oder zu laut, kriegst du auf die Fresse. Diese Liste könnte ich noch eine ganze Weile weiter führen, aber letztendlich ist EFT eines der frustrierendsten Spiele die ich je gespielt habe. Aber, nach zwei Wochen Spielzeit ist mir ebenfalls klar geworden, dass ich nach keinem anderen Shooter bisher so süchtig war. Die Herausforderung EFT muss man annehmen und sich ihr stellen um dieses Spiel zu meistern.

Was mich am Spiel nervt

Natürlich hat Escape from Tarkov auch negative Seiten und die nerven richtig hart. Zum einen wird das Spiel gerne mal von Hackern benutzt um Items und somit Ingame-Cash zu Farmen und auf eBay zu verscheuern. Da hat als “normaler” Spieler kaum eine Chance. Es geht wie immer ums Geld. Das allein hat den Hersteller dazu genötigt ein Anti-Cheat-System zu integrieren, genannt BattlEye. Teilweise aber nur mit mäßigem Erfolg.

Des Weiteren krankt das Spiel leider an seinem Publikum. Es gibt ziemlich viele Spieler, welche zum Beispiel auf Grund von großen Streamern das Spiel gekauft haben und nun InGame überhaupt nicht klar kommen. EFT ist halt einfach kein Casual Shooter und kein Run & Gun. Daraus resultiert permanentes Gejammer im globalen Gamechat, auf Facebook und Twitter sowie in diversen Foren. Das ist natürlich nicht die Schuld der Entwickler, geht einem aber schon tierisch auf den Keks.

Last but not Least geht mir ein Detail des Spiels auf die Nerven und ich glaube, dass es eher ein Bug als ein Feature ist. Möchte man sein Spielerversteck ausbauen um damit Buffs und Boni freizuschalten, benötigt man diverse Items. Das geht von Schrauben, Muttern, über Schwarzpulver bis hin zu Motoren, Benzin und ähnlichem. Man findet diese Dinge zwar auch im Raid, aber selten in der benötigten Anzahl. Deswegen geht man natürlich dazu über, die Items im Flohmarkt zu kaufen. Sehr oft zeigt das Spielerversteck, auch “Hideout” genannt, ein Item nicht vollständig an und man weiß ohne Recherche im Netz nicht, was man braucht. Geht mir unheimlich auf die Nüsse und ich hoffe auf einen baldigen Fix.

Loot, Money, Big Money

Da wir es gerade vom Flohmarkt, von Loot und Items haben, möchte ich auch dazu noch etwas sagen. In vielen MMOs war es eines meiner größten Vergnügen, Handel zu treiben. Gelootete Items verkaufen, andere Dinge kaufen, Profite machen und wiederum Luxus-Güter kaufen, das hat für mich zum Beispiel lange Zeit den Reiz an GuildWars 2 ausgemacht. In Escape from Tarkov ist es nicht anders. Ich liebe das Handeln im Flohmarkt, das erwirtschaften von besonderen Items und kram um meinen Hideout auszubauen. Für meine Kollegen ist zwar das Modden von Waffen beliebter, aber irgendwann hat man mal alle Varianten einer Waffe gesehen und seine Vorlieben als Preset parat. Handel wird, zumindest mir, nie langweilig.

Immer und immer wieder

Ich kann es nicht oft genug betonen. EFT verlangt dem Spieler eine steile Lernkurve ab, erfordert viel Zeit für das Einarbeiten in die Spielmechaniken, viel Zeit für die Raids und Hingabe an das Spiel an sich. Escape from Tarkov ist kein Spiel, was man einfach mal kurz nach Feierabend für 20 Minuten Spielspaß anwirft. Allein das Ausrüsten eures Hauptcharakters kann schon mal 20 Minuten dauern und da wart ihr noch nicht ein mal im Raid.

Fazit nach zwei Wochen

Wer eine besondere Herausforderung in der virtuellen Welt sucht, der ist in EFT 100% richtig angesiedelt. Für mich persönlich ist dieses Spiel eines der Besten, dass mir seit langem untergekommen ist. Der “Reiz des auf die Fresse kriegens” hat mich gepackt und trägt mich von Raid zu Raid zu Raid. Ich sauge gierig jedes Youtube-Video zum Thema auf, probiere viele Waffen und Mods aus und bin gerade erst so weit,dass ich eine einzige Karte richtig gut beherrsche und selbst da sterbe ich oft. Aber so ist es eben, Tarkov nimmt und Tarkov gibt. Meistens nimmt Tarkov aber.

1 Kommentar zu “Escape from Tarkov: Der Reiz des auf die Fresse kriegens – Fazit”

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