VR in 2020 – Wo bleibt der Durchbruch?

Virtual Reality. Bereits seit einigen Jahren schon weitgehend brauchbar, doch es fehlte der entscheidende Durchbruch. Wie ist der aktuelle Stand?

Die virtuelle Realität hat es auch im Jahr 2020 weiterhin schwer, sich wirklich auf dem Gaming Markt zu etablieren. Dennoch lassen sich Tendenzen erkennen, dass VR in den nächsten Jahren eine immer wichtigere Rolle spielen könnte. Doch wo steht diese Technik aktuell und wo könnte die Reise in den nächsten Jahren hingehen?

Eins vornweg: VR ist bis jetzt keineswegs ausgereift. Wirklich leistungsstarke Headsets kosten weiterhin sehr viel. Für die Valve Index muss der Nutzer beispielsweise rund 1000 Euro aufbringen. Wer hingegen einen Kompromiss eingeht und ein Einsteigergerät wählt, erhält auch nur ein Produkt entsprechender Qualität. Bei den bereits veralteten Modellreihen der Windows Mixed Reality etwa fallen das Sichtfeld und die Auflösung geringer aus und das Tracking ist relativ unpräzise. Die Oculus Quest von Facebook verspricht wiederum ein unmittelbares Spielerlebnis, da es sich um ein Standalone Device handelt. Der Spieler braucht also keinen teuren PC, um das VR-Headset zu betreiben. Dafür muss er sich aber auch mit einer begrenzten Leistungsfähigkeit und einem eingeschränkten Spielangebot zufriedengeben. Das heißt aber nicht, dass man mit der Oculus Quest nicht auch Spaß haben könnte. Beispielsweise bietet das VR-Headset dem Spieler zahlreiche Casinospiele, darunter die kostenlosen Titel VR Casino, Poker VR, Solitaire Jester, Apollo Slots VR oder Virtual Roulette. Wer sich demnach für Online Spielautomaten und VR interessiert, wird auch im Oculus Quest Store fündig. Doch auch mit den anderen VR-Headsets lassen sich auf allen Plattformen leicht Glücksspiele finden, die ein intensives Spielerlebnis erlauben.

Half Life: Alyx – exklusiv für Valves VR Headset “Index”

Doch trotz dieser bestehenden allgemeinen Probleme gibt es auch Hoffnung. Langsam entdecken Entwickler das Potential von VR und fangen an, nicht nur kurze Casual Games und Erfahrungen dafür zu programmieren. Im Mittelpunkt steht dabei natürlich Half Life: Alyx, das im März 2020 erschien. Das Spiel bietet alles, was Fans von Valve erwarten: packende Action, eine ansprechende Grafik und ein innovatives Gameplay in der virtuellen Realität. Das war aber nicht das einzige Zeichen, dass es Valve und damit die größte PC Spieleplattform mit VR ernst meint. Bereits rund ein Jahr zuvor brachte der Entwickler das VR-Headset Valve Index auf den Markt und bietet seit einiger Zeit auf Steam eine eigene Kategorie nur für VR Spiele an. Ein Blick auf die Topseller weckt aktuell ebenfalls Hoffnung, dass es mit VR nicht bald aus sein wird. So wird die Liste für die Steam VR Spiele hier nach Half Life: Alyx von Beat Saber, Pavlov VR, Blade and Sorcery, Superhot VR, The Walking Dead: Saints & Sinners sowie Boneworks angeführt. Die genannten Spiele decken nicht nur verschiedene Genres ab – beispielsweise ist Beat Saber ein Rhythmusspiel und Pavlov ein Multiplayer Shooter – sondern treiben das Gameplay von VR-Titeln auch weiter konsequent voran. So gibt es etwa in Boneworks die aktuell wohl beste Physik Engine zu erleben, die dann auch darüber hinweg trösten kann, dass das Spiel sonst eher wenig ausgereift scheint.

VR ist aber natürlich nicht nur für PC Spieler relevant. Im Konsolenmarkt beansprucht seit 2016 die PlayStation VR den Markt alleine für sich. Das liegt aber weniger daran, dass die VR-Brille so gut wäre. Stattdessen hat sich bisher weder Microsoft noch Nintendo getraut, wirklich in den Markt einzusteigen und ein Headset für die eigene Konsole zu entwickeln. Hier war es besonders spannend zu beobachten, wie Sony mit dem Thema VR im Falle seiner neuen Konsole, der PS5, umgehen würde. Inzwischen steht fest, dass auch die PS5 weiterhin die PlayStation VR unterstützen wird. Gleichzeitig machte Sony aber auch deutlich, dass VR keine Priorität beim japanischen Elektronikkonzern genießt. So wurden beim PS5 Reveal Event keine VR-Titel vorgestellt und Sony präzisierte bisher nicht das Erscheinungsdatum der PlayStation VR 2. Auch auf dem Konsolenmarkt konnte sich VR damit zwar etablieren, bleibt aber weiterhin ein Nischenmarkt. Das machen letztlich auch die Verkaufszahlen der PlayStation VR deutlich. Den inzwischen über 100 Millionen verkauften PS4 Konsolen stehen nur rund 5 Millionen VR-Headsets gegenüber. Somit nutzt nur jeder 20. Playstation Spieler die virtuelle Realität, was sich auch auf der PS5 in absehbarer Zeit kaum ändern dürfte.

VR gelang also auch 2020 nicht der große Durchbruch. Festzuhalten bleibt aber, dass sich die neue Technik eine gute Ausgangslage für die kommenden Jahre verschaffen konnte und sowohl auf dem PC- als auch Konsolenmarkt weiterhin präsent bleibt.

1 Kommentar zu “VR in 2020 – Wo bleibt der Durchbruch?”

  1. Ich finde den Artikel leider nicht wirklich zutreffend. Du schreibst, dass gute Headsets hier ca. 1000 Euro kosten. Im Falle der Index hast du natürlich Recht, aber die bald verfügbare HP Reverb G2 Brille hat eine unglaubliche Bildqualität, die im Falle der Auflösung, Schärfe und Farbtiefe selbst die Index mal in den Schatten stellt und kostet dennoch “nur” 580 Euro. Darauf hättest du hinweisen können.
    Dann bemängelst du den kleinen Spiele-Kosmos bei der Oculus Quest. Bezogen auf den reinen Oculus Store nicht unwahr, aber gerade hier haut der Hersteller ein Update nach dem anderen raus, dass die Brille mit einem mittlerweile sogar günstigem USB-C Kabel als “richtige” VR-Brille auch für Steam Games funktioniert. Nimmt man dann die extrem leistungsstarke Software “Virtual Desktop” hinzu, kann man seine Steam Games sogar komplett kabellos spielen. Ich zocke Half Life Alyx komplett ohne Kabel im Keller, während mein PC im Obergeschoss steht. Das ist unfassbar, welches Potenzial hier schlummert.
    Gerade in diesem Jahr finde ich daher, ist extrem viel Bewegung in den Markt gekommen. Das zeigt sich nicht nur an den von dir erwähnten AAA-Spielen, sondern auch an der hohen Dichte an Neuererscheinungen von Games in den einzelnen Stores.

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