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Marvel vs. Capcom: Infinite - Rückschrittliche Fortsetzung – Unsere Review

Der Vorgänger "Marvel vs. Capcom 3: Fate of Two Worlds" zeigte im Jahre 2011, wie die coolen Kämpfe eines Streetfighters mit dem Look eines Comicbooks perfekt kombiniert werden können. Leider kann der Nachfolger nicht mehr mit diesem hohen Niveau mithalten. Warum? Das erklären wir euch in unserem Review zu Marvel vs. Capcom: Infinite!

Für die Hardcore Beat’em Up und Comic Fans gibt es nichts schöneres, als den Release eines neuen Marvel vs. Capcoms. Die Spielreihe schafft es nicht nur diese zwei unterschiedlichen Universen zu einem Prügelspiel zu vereinen, sondern feiert sich dann während eines Kampfes mit einem großen Farbenfeuerwerk selbst ab. Wo sonst könnten sich Charaktere wie der Ghost Rider, Hulk und Thor mit Ryu, Chris Redfield und Dante prügeln? So flott und spaßig der dritte Teil auch war, desto größer ist die Enttäuschung bei Marvel vs. Capcom Infinite.

Das Übel fängt schon mit der Geschichte an!

Diese wurde ursprünglich als größte Neuerung des Spiels angekündigt und war auch im Hauptfokus der Entwicklung. Doch es fühlt sich leider so an, als wäre die Story erst viel später entwickelt worden, als das eigentliche Spiel!

Um mal kurz nur die Geschichte zusammenzufassen: Die „Superschurken“ Ultron und Sigma denken sich so: „Warum kämpfen wir nicht zusammen, denn wir haben zwei Infinity Steine?“ und vereinigen sich zu Ultron Sigma. Auch beschließen sie die beiden Universen zu vereinigen, fraglich sind hierbei für mich die Gründe. Ultron Sigma hat aber auch ein Nervengift, wodurch er die Menschen zu seelenlosen Lakaien machen kann. Somit liegt es an unseren Helden Ultron Sigma aufzuhalten und die Welt zu retten.

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Diese lahme Geschichte wäre alleine kein großes Problem, schließlich faszinieren die Avengers oder Guardians auch nicht mit ihrer „oscarreifen“ Geschichte. Es sind mehr die sympathischen Charaktere und die bombastische Inszenierung, die Marvel im Kino so erfolgreich macht. Doch eben jene Textzeilen der Charaktere sind es, die so stupide und repetitiv sind, dass selbst ein Viertklässler ein besseres Drehbuch hätte schreiben können. Man hat einfach nur das Gefühl, dass die Dialoge dazu da sind, stumpf einen Kampf anzukündigen, egal ob es gerade Sinn macht oder nicht.

Sehr schlechte Inszenierung

Hinzu kommt noch, dass die Synchronisation grauenhaft ist! Mal sprechen Charaktere mit geschlossenem Mund, mal sprechen sie so monoton, als würden sie ein Vorschulreferat vortragen. Es kann auch vorkommen, dass der Synchronsprecher mitten im Dialog seinen Dialekt ändert.  Für mich ein klares „No-Go“.

Doch das schlimmste sind die Zwischensequenzen, denn wenn diese vorbei sind könnt ihr euch aufs Warten gefasst machen und zwar bis zu 30 Sekunden, bis es dann endlich weitergeht mit der „Klopperei“. Auch darauf sind es drei Stunden, welche auch noch von den Kämpfen her immer wieder dieselben sind und sehr schnell ermüden.

Scheinbar gibt es auch ein kleines „Balancing“ Problem bei Infinite, da manche Gegner sehr einfach „platt gemacht werden können“, andere aber wiederum scheinen nahezu unbesiegbar zu sein. Solltet ihr es dann doch schaffen, werdet ihr mit einem unbefriedigenden Ende belohnt, welches dann auch noch einen Haufen „Logiklöcher“ aufzeigt.

Leider hat Capcom immer noch nicht verstanden, dass sich das Beat’em Up Genre weiterentwickelt hat.

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Gerade Genrekollegen wie Mortal Kombat X zeigen wunderbar, dass es auch ruhig mal eine B-Movie Handlung sein darf,  denn solange die Inszenierung und Charaktere stimmen, kann man jeder Story verzeihen, dass sie nicht das Gelbe vom Ei ist. Ebenso gibt es kaum Ladesequenzen in Mortal Kombat, da diese in den Zwischensequenzen versteckt werden, was zu einem nahtlosen Übergang führt und auch den „Erzählfluss“ nicht stört. Auch die Dialoge sind witzig und klug geschrieben und selbst nach zehn Stunden gibt es noch Momente, welche ihr nicht erwartet hättet.

Spassige Prügeleien

Doch zum Glück bewahrt das Gameplay das Spiel vor dem Totalausfall. Der Kampf an sich läuft nun relativ klassisch ab. Mit R1 wechselt ihr die Kämpfer, mit den Buttons könnt ihr Schläge/Tritte verteilen und mit schnellen Combos könnt ihr euren Gegner in die Knie zwingen.

So wie das Amen in der Kirche, muss auch das Tutorial in jedem Prügelspiel vorhanden sein. Unter dem Menüpunkt „Missionen“ könnt ihr dann auch die ganzen Moves und Combos erlernen, was euch helfen wird die „vermurkste“ Story zu überstehen. Das Spiel ist auch überraschend freundlich für Einsteiger in die Gaming-Szene geworden, so können Jünglinge nun mit den neuen Auto-Kombos auch eine gute Figur machen. Das Spiel übernimmt nämlich, durch wiederholtes Tastendrücken, für euch die Verkettung eurer Angriffe und müsst stattdessen nicht die schwierigen Combos erlernen. Allerdings erzürnt dies die „Hardcorespielerschaft“ massiv. „Des einen Freud, des anderen Leid“ passt hier perfekt.

Für frischen Wind im Gameplay sorgen die Infinity Steine, welche ihr als Comeback Mittel einsetzen solltet. Ihr könnt euch dann, neben eurem Team, für sechs Infinity Stones entscheiden, welche mit L1 einen Power Move auslösen. Mit diesen könnt ihr dann dem Gegner zum Beispiel Lebensenergie entziehen. Solltet ihr sogar genug Schaden erlitten haben, dass sich die Anzeige des Infinity Steins halb gefüllt hat, so könnt ihr einen Infinity Stone Storm auslösen, in denen ihr beispielsweise euren Gegner in einer Kammer gefangen haltet.

Enttäuschende Rückschritte

So schön auch die neue Spielkomponente ist, umso erschreckender ist es, was Capcom mit dem ganzen Rest angestellt hat. Beispielsweise änderte man den Grafiklook, welcher nun realistischer sein sollte, aber einfach nur unnatürlich wirkt! Zwar sehen nichtmenschliche Charaktere, wie Rocket und Mega Man nicht übel aus, aber gerade Personen wie Thor und Haggar sind ein perfektes Beispiel dafür, warum der Grafikwechsel womöglich keine gute Entscheidung war. Zwar sind die Kämpfe trotz des neuen Grafikstils immer noch bunt gestaltet, aber im Vergleich zum Vorgänger kein Farbfeuerwerk mehr.

Ebenso fragt man sich, warum in Gottes Namen Capcom die Kämpfe nur noch auf ein zwei gegen zwei limitiert hat. Somit haben die Kämpfe deutlich an Taktik, Tiefe und Spannung verloren, zum Bedauern der Spieler.

Der Umfang den die Standard Edition bietet, ist auch ziemlich mager. Gerade einmal 30 Kämpfer habt ihr zur Auswahl von denen auch viele nichtmal neu sind. Mit diesen könnt ihr euch dann auf 16 Stages „auf die Fresse geben“, bis einer heult. Leider sind aber auch hier die Stages ziemlich leer und belanglos geworden. Hatte man noch im Vorgänger das eine oder andere coole „Easter Egg“, so ist nun beim 2017er Modell nichts mehr davon übrig geblieben. Weder coole Events die im Hintergrund laufen, noch eigene Interaktionen gibt es bei den Stages.

Auch nach der Story könnt ihr nicht mehr als ein paar Konzeptzeichnungen in der Galerie, Sound Themes und Charaktersprüchen, inklusive Ladescreens aus der Kampagne erwarten.

Man soll natürlich nicht alles an diesem Spiel kritisieren. Ihr könnt auch weiterhin in einem Arcade-Modus euren Spaß haben und für Online Spieler ist ohne Ende gesorgt. Ihr könnt „Casual Games“ spielen, Ranglistenkämpfe vollführen, euch eure Replays anschauen und mit bis zu acht Leuten gleichzeitig in einer Lobby spielen.

Hier werdet ihr, dank des Spielspaßes, vollkommen auf eure Kosten kommen.

Fazit

Das Spiel ist kein Totalausfall, dafür macht es im Multiplayermodus einfach viel zu viel Spaß. Allerdings ist der Preis des Spiels momentan viel zu hoch! 59.99€ sind einfach zu viel für ein Spiel solcher Klasse. Für ein Spiel dessen Fokus auf der Story lag und nicht einmal drei Stunden lang „storytechnische“ Standards halten konnte und welches aufgrund der Story nun viel schlechter und abgespeckter da steht, als sein Vorgänger. Ein Spiel, das einen Charakterpass, als Season Pass für 29.99€ verkauft und mit seiner Grafik und Charakteren niemanden mehr aus dem Keller locken kann.

Doch wer nur auf Online Multiplayer aus ist, dem sei gesagt, dass selbst dafür der Vollpreis zu viel ist und man lieber auf die Tage danach abwarten sollte, denn dann kann man auch richtig viel Spaß mit dem „Prügelvertreter“ haben.

Wer aber Fan des Vorgängers war sollte lieber weiter diesen spielen. Denn Marvel vs. Capcom Infinite ist leider nicht nur eine absolute Enttäuschung für Fans der Serie, zumindest meiner Meinung nach, sondern eben auch für Beat’em Up Fans, die schon besseres von dem Genre gewohnt sind.

Schade! Eine rückschrittliche Fortsetzung – Unsere Review zu Marvel vs. Capcom: Infinite

 

0 Kommentare zu “Marvel vs. Capcom: Infinite - Rückschrittliche Fortsetzung – Unsere Review”

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