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Die kleinste GAMESCOM des Jahres?

Es tut sich was bei der Gamescom 2019 und dies könnte womöglich Auswirkungen auf die Besucherzahlen dieses Jahr haben. Was genau los ist, erfahrt ihr in unserem Artikel.

Wer kennt es denn nicht? Seit Jahren beschweren sich Gamer darüber, dass die Messe voller und voller wird und letztes Jahr schon für manche schon zu voll war. Diese Reaktion ist geradezu verständlich, wenn man sich ein eigenes Bild von der derzeitigen Lage der Messe macht. So muss auch ich selbst zugeben, dass die kaum vorhandene Beinfreiheit und der nahezu verkehrsähnliche Betrieb der Menschenmassen zu den größten Kritikpunkten der Messe zählten.

Diese Sicht auf die aktuellen Besucherzahlen der Messe ist dennoch interessant. Eines meiner früheren Argumente gegen die Auffassung „die Messe sei zu voll“ war einst, dass dies auch gerade den Reiz ausmacht. Mann kann einige dieser Menschen kennen lernen, mit ihnen anbandeln und vielleicht sogar neue Freundschaften schließen. Dieses Argument gilt jedoch nicht mehr! Heutzutage beschwert man sich schon darüber, wie krass die Messe von Jahr zu Jahr wächst, wie ein Ballon. Die Frage hierbei ist nun, wird dieser Ballon irgendwann platzen?

Die Risiken

Ernst nehmen sollte man das Thema schon. Böse Zungen behaupten sogar, dass die Messe, wenn sie denn so weitere Besucher einlassen würde, ein ähnliches Schicksal, wie die Loveparade in Duisburg nehmen könnte. Gott bewahre. Doch wenn man sich derzeitig anschaut, wie eng das durchkommen zwischen den Gängen ist, dann hat man durchaus ein mulmiges Gefühl im Magen und sorgt sich um die Sicherheitslage vor Ort.

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Es bleibt fraglich, inwiefern es positiv ist immer weitere Besucherrekorde aufzustellen, bei einer vollkommen überfüllten Messe.

Ein ehemaliger Gamescom Mitarbeiter und Aufbauhelfer der Messe erklärte mir in einem Gespräch, dass die Chefs ihnen mitgeteilt haben, eine neue Halle zu öffnen. Ich fragte neugierig, was dort gebaut werden würde. Seine Antwort: gar nichts. Ich fragte verdutzt, was er damit meine. Er antwortete darauf, dass die Halle zwar offen wäre, allerdings keine Stände beherrberge, sondern während der Messer abgesperrt bliebe, damit mehr Karten verkauft werden könnten. Rund 20.000 Karten sollen dadurch mehr erlaubt worden sein.

Auswirkungen

Die Folgen dieser Politik spürt man geradezu überall auf der Messe. Man muss sich hierzu die Menschenmassen anschauen, welche sich schon 15 Minuten nach Eröffnung eines Besuchertages bilden. Tatsächlich ist auch die Lage der Sitzmöglichkeiten und deren Komfort eine absolute Katastrophe, da beides Mangelware wie eine Oase in der Wüste sind.

Aber auch die ständig kritisierten Wartezeiten arten immer weiter aus. Gerade Battlefield V war wieder einmal Paradebeispiel dafür, wie wenig es sich eigentlich rentiert auf diese Messe zu gehen. Denn für 10 bis 15 Minuten anspielen gleich satte fünf Stunden Lebenszeit aufzuopfern ist einfach ein riesiges Brett. Lediglich FIFA 19 war eine überraschende und abwechslungsreiche Alternative von den Wartezeiten her. Dort hat man maximal eine halbe Stunde gewartet und man konnte auch schon locker flockig loszocken mit seinen Freunden. Grund dafür waren das sehr gute Ressourcen Management indem man eine maximal sechs-minütige Demo anbietet, welche auch zu zweit und auch noch an 64 Anspielsationen spielbar war.

Dennoch komme ich zu dem Schluss, dass man als Normalbesucher sich die Messe nicht unbedingt geben muss. Wenn wir nicht beruflich auf die Messe gehen würden, wären viele aus unserem Team wahrscheinlich gar nicht mehr dort anzutreffen. Auch ich selbst würde mir die Messe als Normalbesucher lieber sparen. Ich kann verstehen, dass das erste Mal Gamescom das schönste Mal ist, weil dort der Impact größer ist und man einfach mal live dabei ist. Doch nach diesem ersten Mal wird die Messe tatsächlich nur noch anstrengender.

An dieser Stelle eine kleine Anekdote. Ich war am Eingang Nord und musste zur Buisiness Area, da ich einen Termin hatte. Ich hatte zwar 30 Minuten Zeit, doch ich kam einfach 3 Minuten zu spät und ich hab mich sogar beeilt, weil ich im menschlichen Verkehrsstau der Messe befand und dort auch noch Umwege laufen musste.

Hoffnung am Horizont

Doch nach all der Kritik scheint sich so langsam ein Funken Hoffnung aufzutun. Die Messe findet nun erstmals seit Jahren wieder außerhalb der Schulferien statt, ausgenommen einiger weniger Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen. Somit fällt wahrscheinlich schon einmal ein großer Teil der Messebesucher weg. Nämlich die Kids die sich einfach mal die Messe anschauen wollen oder nur Loot für ihre Standard Games wollen (World of Tanks, Blizzard & Co).

Da wir schon bei Blizzard sind, die sind gleich gar nicht auf der Messe vertreten. Somit fehlt einfach eine halbe Halle beziehungsweise steht nun komplett leer und kann neu gefüllt werden. Aber das wird womöglich auch weniger Leute dazu bringen hinzufahren. Hinzu kommt noch die Vermutung, da Blizzard und Sony eng miteinander verknüpft waren in Halle 7, dass es womöglich auch zu einer radikal niedrigen Präsenz von Sony dieses Jahr kommen könnte. Diese Vermutung ist gar nicht mal so abwegig, wenn man sich die derzeitige Entwicklung bei der E3 anschaut, bei welcher Sony gleich gar nicht vertreten ist. Man merkt sichtlich, dass wir uns in der Phase vor den neuen Konsolen befinden.

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Blizzard wird bei Gamescom 2019 nicht anwesend sein, wodurch ein riesiger Besucher Magnet dieses Jahr fehlen wird.

Aber bislang muss man auch sagen, fehlt es ohnehin an Spielen dieses Jahr. Klar kann man sich auf die üblichen Verdächtigen freuen, wie FIFA 20, Call of Duty und Co. Doch es fehlt irgendwie an richtig krassen Magneten, die die Leute anziehen. Hier muss man einfach die E3 mal abwarten und schauen, was später auf der Gamescom wieder präsent sein wird. Vielleicht wird Cyberpunk dieses Mal der Renner sein. Ich habe den Eindruck, dass die nächste Gamescom ebenfalls eine etwas kleinere Messe werden könnte. Ähnlich der Messe damals in 2012, welche auch nur die Messe vor den neuen Konsolen war.

Fazit

Allgemein muss man sagen, dass es durchaus wünschenswert ist, dass die Gamescom sich verändert. Der derzeitige Status Quo kann nicht für immer gehalten werden. Vor allem nicht bei immer neuen Besucherrekorden, wie letztes Jahr mit 370.000 Besuchern. Da erscheint es auch nicht verwunderlich, wenn die Gamescom eines Tages umziehen sollte zu einem neuen und größeren Messegelände. Wie wäre es zum Beispiel mit Frankfurt? Allerdings ist dieser Schritt nicht zwingend, wenn die Betreiber der Messe es verstünden generell mehr Raum für die Besucher zu bieten. Gerade für uns wird es mit den riesigen Massen Jahr für Jahr immer schwieriger unserer Arbeit nachzugehen, weswegen sich viele Spielejournalisten in die Katakomben der Messe flüchten. Zwar kommen immer wieder Gerüchte bezüglich eines längeren Fachbesuchertags oder einer Nachtmesse auf, doch sind dies meiner Auffassung nach keine konkreten Lösungen für das Problem, dass die Messe an sich hat.

Nur nochmal zur Erinnerung. Letztes Jahr glaubten extrem viele Menschen die Story vom Fortnitestand und das Traurige ist, dass das mir die Nummer bis heute als gar nicht mal so unwahrscheinlich erscheint. Was mal mit einem Scherz angefangen hat, könnte dennoch in einigen Jahren eine zynische Retrospektive, bezüglich der Lage auf der Gamescom sein und die Frage aufwerfen, wie menschenfreundlich sie eigentlich überhaupt noch ist.

Allerdings könnte die Messe auch auf die Gier nach dem Geld verzichten und einfach wieder weniger Karten verkaufen. Diese dann dafür zum Beispiel mit höheren Preisen. Doch dies erscheint mir wohl in heutigen Zeiten mehr denn je als Utopie.

Wie seht ihr die Lage? Was stört euch am meisten an der Messe? Und was glaubt ihr wodurch es besser werden könnte? Schreibt es uns in die Kommentare!

1 Kommentar zu “Die kleinste GAMESCOM des Jahres?”

  1. Erstmal, cooler Artikel. Danke für diese Perspektiven und Einblicke.

    Meine Erfahrung. Irgendwie habe ich nie das Gefühl gehabt, das es voller wurde. Es gab schon immer Hotspots an denen es sich alles knubbelte. Was aufgefallen ist (das war zumindest in den ersten Jahren nicht so, wenn ich mich recht erinnere), dass öfter mal der Besucherstrom bewusst geleitet wurde. Gerade hier wird man die Loveparade im Hinterkopf haben und Präventivmaßnahmen ergreifen.

    Ich persönlich habe nichts gegen die Massen. Eher negativ finde ich die sinkende Leidenschaft der Publisher wirklich Besucher anzulocken. Stunden anstehen um einen Trailer zu sehen….nein danke.

    Trotzdem gibt es so viele Weitläufige Bereiche auf dem Gelände, die was zu bieten haben: Outdoor, Retro Area, Cosplay etc.

    Auch in den Hallen der großen Publisher wie EA z. B., gab es hinter den Ständen so viel Platz zum chilleb, sitzen, verschnaufen.

    Ganz ehrlich, die Leute wollen halt immer am besten alleine irgendwo sein, als einzige den Sitzplatz, das Goodie, das Spiel etc. ergattern. Für mich ist das Phänomen auf Weihnachtsmärkten, Jahrmärkten das gleiche ES IST VOLL. Alle wollen was vom Kuchen.

    Alles in allem, war für mich die Gamescom immer lohnenswert 🙂

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