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Gamer Hardware – AMD Grafikkarten nahezu restlos ausverkauft! Ethereum Mining als Ursache? *UPDATE 2* – Spezielle Mining Grafikkarten in Sicht?

Na, auch auf der Suche nach einem günstigen Gaming PC auf Basis von AMD? Du wunderst Dich, warum es aktuell keine RX 570 und RX 580 zu kaufen gibt? Wir haben den Grund herausgefunden!

Es gibt Dinge, da staunt man wirklich nicht schlecht. Jahrelang ist AMD in der Versenkung verschwunden, weil sie absolut nicht mehr konkurrenzfähig waren und keine Chance gegen die Vormachtstellung von Intel und Nvidia hatten. Doch das Blatt scheint sich gerade zu wenden und so ziemlich alle AMD-Grafikkarten sind komplett ausverkauft. Und der Grund dafür sind mitnichten (nur) Games!

Wer aktuell auf der Suche nach einem günstigen Gamer-PC ist, der wird sicherlich gerade auch wieder ein Auge auf AMD haben. Das erste Mal seit sehr langer Zeit ist AMD wieder mit konkurrenzfähigen Grafikkarten unterwegs, allem voran die RX 470 und RX 480 bzw. seit etwa April auch dessen Nachfolgemodell RX 570 und RX580. Und auch im CPU-Bereich legt AMD mit Ryzen deftig nach.

Während es hier aber kaum Lieferprobleme gibt, ächzt AMD unter extrem hoher Nachfrage an GPUs. Auch die Hardware-Partner sind von der plötzlich stark gestiegenen Nachfrage überrascht. Auf unsere Nachfrage hin äußerte sich MSI, dass sie ebenso von der extremen Nachfrage überrascht sind und Probleme haben für Nachschub zu sorgen. Nach unseren Recherchen betrifft das durch die Bank weg sämtliche AMD-Partner.

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Die MSI Radeon RX 580 GAMING X - aktuell nahezu überall ausverkauft oder massiv überteuert. Verfügbarkeit? Unbekannt!
Die MSI Radeon RX 580 GAMING X – aktuell nahezu überall ausverkauft oder massiv überteuert. Verfügbarkeit? Unbekannt!

Miner als Hauptursache für AMDs Lieferengpass

Der Grund für den aktuellen massiven Engpass an AMD Radeon RX 570 und RX 580 Grafikkarten sind sogenannte „Miner“. Sie kaufen aktuell massenhaft Grafikkarten mit AMD Chips auf um beispielsweise Bitcoin oder Ethereum zu „minen“. Auf der Computex in Taiwan berichteten Händler und Hersteller in Gesprächen, dass Mining-Rechenzentren teilweise mehrere Tausend Grafikkarten auf einmal bestellen und diese somit im Consumer-Markt entsprechend dann fehlen.

AMD kann jedoch, obwohl sie gerne würden, leider die Produktion nicht einfach mal eben so stark erhöhen, dass die Nachfrage befriedigt wird. Es würden bei den Fertigern selbst Rohstoffengpässe entstehen und die Produktion selbst benötigt von Start bis Ende mehrere Wochen.

Doch, was ist „Mining“?

Warum wir überhaupt auf das Thema gestoßen sind, liegt daran, dass wir uns selbst gerade mit Bitcoin und Ethereum auseinander setzen. Es handelt sich hierbei – grob vereinfacht – um digitale Währungen auf Basis von Blockchains, einer noch sehr jungen aber wegweisenden Technologie um Transaktionen wie Überweisungen, Chats und ähnliches fälschungssicher abzusichern.

Sicherlich haben einige von Euch schon von Bitcoin gehört, ein paar wenige vielleicht sogar schon Bitcoins gekauft um andere Dinge damit zu kaufen. Denn das ist durchaus schon im Alltag anzutreffen. Die Redaktion von t3n.de beispielsweise bezahlt seine Redakteure teilweise schon in Bitcoin.

Bitcoin - die wohl bekannteste digitale Währung. Aktuell ebenfalls im Höhenflug: ca 2156 Euro kostet 1 Bitcoin (Stand: 02.06.2017 10:42 Uhr)
Bitcoin – die wohl bekannteste digitale Währung. Aktuell ebenfalls im Höhenflug: ca 2156 Euro kostet 1 Bitcoin (Stand: 02.06.2017 10:42 Uhr)

Nun kann man Bitcoin nicht nur kaufen, sondern auch selber generieren, also „minen“. Hierzu benötigt man – wieder sehr grob vereinfacht – einen PC mit einer potenten Grafikkarte, die an der Berechnung von sogenannten „Blöcken“ des sogenannten Blockchains mitrechnet. Für jeden gefundenen Block bekommt an eine gewisse Anzahl an Bitcoins gut geschrieben.

Nun ist Bitcoin fast schon ein alter Hut und wird immer schwieriger zu generieren. Ganz heiß gehandelt wird nun der Konkurrenz-Coin Ethereum, welches ein leicht anderes und vielfältigeres Konzept anbietet als Bitcoin. Mittlerweile geht Ethereum durch die Decke: Seit Anfang des Jahres hat der Wert von Ethereum um hunderte Prozent zugelegt und steht nach einer Kursexplosion vor etwa einem Monat bei mittlerweile über 200 Euro. Anfang des Jahres waren es noch etwa 7,70 Euro. Wer damals ein paar Euro investiert hat, hat also einen gigantischen Gewinn gemacht.

Warum aber dann der Grafikkartenengpass bei AMD?

Dadurch, dass das Minen schon relativ rechenintensiv ist und nur auf Grafikkarten wirklich optimal funktioniert, ist die Nachfrage der Grafikkarten sehr intensiv. Viele bauen sich aktuell sogenannte Mining-Rigs zusammen. Das sind im Grunde Computer mit bis zu acht (üblicherweise allerdings sechs) Grafikkarten, die an einem Mainboard hängen und so die Rechenleistung und damit auch die geminten Bitcoins / Ether maximieren.

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Das ist die Lösung für den „kleinen Mann“, so ein Mining-Rig kostet mit entsprechenden AMD-Grafikkarten etwa 2000 Euro. Die große Lösung sind ganze Mining-Farmen. Das sind Rechenzentren, die gegen Gebühr interessierten Nutzern die Rechenleistung zur Verfügung stellen. Diese Rechenzentren müssen natürlich ebenso wachsen, je mehr Leute sich dort einkaufen wollen. Deswegen bestellen diese Zentren nicht nur sechs oder acht Grafikkarten wie der geneigte Hobby-Miner, sondern Palettenweise. Das wiederum senkt die Verfügbarkeit der Grafikkarten für normale Endverbraucher.

Beispiel eines Mining Rigs ((C) by parallelminer.com)
Beispiel eines Mining Rigs ((C) by parallelminer.com)

Dass es AMD trifft, liegt einfach am verdammt guten Preis-Leistungsverhältnis, zumindest wenn man den Stromverbrauch (hierzulande) vernachlässigt. Die RX 570 kostet in der UVP 199 Euro, die RX 580 kostet  259 Euro UVP. Eine vergleichbare Rechenleistung liefert Nvidia erst mit der 1070 GTX, die aber je nach Modell das eineinhalb- bis zweifache kostet.

Allerdings punktet Nvidia hier mit einem niedrigeren Stromverbrauch. Und dank (noch) guter Verfügbarkeit fangen erste Miner an auf Nvidia umzuschwenken, sodass man auch hier unter Umständen bald von einer schlechteren Verfügbarkeit  ausgehen kann. Die 1080GTX wird hierbei wohl eher kaum betroffen sein, da diese sich zum Minen paradoxerweise trotz höherer nominellen Leistung weniger gut eignet. Dies liegt am verbauten RAM, der hier (noch) Probleme macht.

Schuld sind also die Miner! Wann gibt’s denn Nachschub von AMD?

So könnte man das durchaus sagen. Wir widmen uns zur Zeit auch diesem Thema und werden es weiter verfolgen. Allerdings schätzen wir auch, das die Verfügbarkeit von AMD-Grafikkarten kurzfristig nicht besser werden wird, da der Mining-Boom schlicht und ergreifend solange anhalten wird, wie das Mining lukrativ ist. Und hier ist kaum ein Ende in Sicht: Aktuell gibt es über 700 sogenannte Altcoins, also Alternativen zu Bitcoin und Ethereum. Viele davon werden unter Garantie auch scheitern, aber wer weiß, wann der nächste Coin explodiert.

AMD kann zur Zeit keine Lieferzusagen machen und die Produktion nicht signifikant steigern, sodass auch Partnerkarten-Hersteller teilweise nicht wissen, ob und wann sie wieder liefern können. Einige Online-Shops wie Mindfactory und Caseking zeigen eine Verfügbarkeit für bestimmte Grafikkarten innerhalb der nächsten ein bis vier Wochen oder als „Unbekannt“ oder „Bestellt“ an, andere Onlineshops wie Amazon prognostizieren teilweise ein bis drei Monate. Die RX 470 und RX 480 wird derweil gar nicht mehr produziert.

Eine wirkliche Entspannung der Lage ist im Moment eher nicht in Sicht.

Update 06.06.2017 10:00 Uhr

Auch in den USA, so berichtet CNBC, sind die Grafikkarten RX 470, RX 480, RX 570 und RX 580 von AMD nun komplett ausverkauft und werden überall als nicht mehr lieferbar gelistet. In Taiwan hingegen gibt es wohl noch Exemplare zu kaufen, selbst aus der RX 4xx-Reihe.

Allerdings sollen erste EU-Shops nun auch bald erste Lieferungen bestimmter Modelle erhalten. MillionStore.com beispielsweise rechnet am 08. Juni mit einem Eingang von MSI RX 570 Armor 4G OC Grafikkarten. Auch diverse andere Shops (z.B. Mindfactory, Gigabyte RX 580 4G AORUS Aktiv) werden bei einigen Modellen konkreter und rechnen mit einer Lieferfähigkeit ab 23. Juni. Über Amazon können Vorbestellungen getätigt* werden, bei anderen Grafikkarten werden Lieferzeiten zwischen 2 und 4 Wochen* angegeben.

Update 2 06.06.2017 21:15 Uhr

Wie Videocardz berichtet, sollen sowohl AMD als auch Nvidia spezielle Mining-Grafikkarten veröffentlichen. Am konkretesten scheint es bei Nvidia zu sein: Hier soll eine modifzierte 1060 GTX als Basis herhalten, ohne Videoanschlüsse daherkommen und auch nicht zum Zocken geeignet sein. Hier wird voll und ganz auf das Mining gesetzt. Außerdem sollen hier maximal 90 Tage Garantie gegeben werden – dafür aber soll die Grafikkarte auch deutlich günstiger sein. Zu den Plänen von AMD ist zur Zeit nichts bekannt, außer dass Polaris als Basis dienen soll.

Wann die Karten verfügbar sein sollen ist derweil nicht bekannt. Allerdings spitzt sich die Lage um die Verfügbarkeit von Gaming-Grafikkarten massiv zu, auch in Deutschland. Es wird für Händler zunehmend schwieriger die stark angestiegene Nachfrage bedienen zu können.

AMD und Nvidia hoffen so die Nachfrage nach Gamer-Grafikkarten eindämmen zu können – und auch Miner dürfte es freuen günstiger an für das Minen optimierte Grafikkarten zu kommen. Hoffen wir mal, dass sich die Lage bald entspannt!

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