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Yakuza 6 - Was opferst du für die Familie? – Unser Review

YAKUZA 6: The Song of Life

Eine Mischung aus knallharter Action, viel Humor und tiefgründiger Story machen Yakuza 6 zu einem außergewöhnlichen Spiel. Hier könnt ihr in unserem Review lesen, um was es geht.

Langsam schlendere ich durch die quirligen und schreiend bunt dekorierten Straßen von Tokio. Da meldet sich mein Smartphone: ein Taschendieb hat soeben eine junge Frau bestohlen. Ich sei doch gerade ich der Nähe und könne den Dieb dingfest machen. Gerade will ich das Smartphone wieder einstecken und die Nachricht ignorieren, da überlege ich es mir doch anders. Das Icon, das mir den Standort des Diebs zeigt, erscheint auf der Minimap und ich sprinte los. Es folgt eine kurze Verfolgungsjagd nach der der Dieb angstschlotternd vor mir steht und mir verspricht, sich in Zukunft nichts mehr zu Schulden kommen lassen. Offensichtlich habe ich ihn beeindruckt. Gut so.

Wieder einmal habe ich mich von einer kleinen Nebenaufgabe von meiner Hauptmission in Yakuza 6: The Song of Life ablenken lassen. Und das passiert in diesem Spiel häufig …

Bereits vor einigen Wochen hatte ich Gelegenheit, mir auf einem Preview-Event die ersten beiden Kapitel von Yakuza 6 genauer anzusehen. Schon damals hat mich die realistische und farbenfrohe Spielwelt beeindruckt.

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Organisiertes Verbrechen, wohin man blickt

Ich spiele Kiryu Kazuma, ein langjähriges Mitglied und ehemaliger Chairman des Tojo-Clans. Dieser Clan ist in Tokio ansässig und beherrscht hier die Yakuza, das organisierte Verbrechen. Kiryu hatte sich allerdings entschlossen, endgültig aus der Yakuza auszusteigen. Deshalb verbüßt er freiwillig eine dreijährige Haftstrafe, um danach ein neues Leben beginnen zu können.

Bereits vor einiger Zeit gründete er ein Waisenhaus, in dem nun auch seine Ziehtochter Haruka Sawamura lebt, einer Bekanntheit im Showbusiness. Doch sein schlechter Ruf wird irgendwann leider auch auf Haruka übertragen. Daraufhin beschließt Haruka, das Waisenhaus zu verlassen, um die anderen Kinder nicht in Gefahr zu bringen.

Yakuza 6 beginnt mit Kiryus Freilassung und der Feststellung, dass Haruka fort ist, ohne eine Nachricht zu hinterlassen. Bei seinen Nachforschungen stellt Kiryu bald entsetzt fest, dass Haruka in einen Unfall verwickelt wurde und im Koma liegt. Außerdem erfährt er, dass sie während des Unfalls ein kleines Kind bei sich hatte, auf den die Fürsorge bereits ein Auge wirft. Kiryu nimmt an, dass es sich dabei um Harukas Sohn handelt, Beweise dafür gibt es aber nicht. Ab sofort sieht er es als seine Aufgabe an, sich den Kleinen zu kümmern und die Ereignisse der letzten drei Jahre aufzudecken. Auch dass er dafür wieder in die Abgründe des organisierten Verbrechens gezogen wird, nimmt er in Kauf.

YAKUZA 6: The Song of Life

Yakuza 6 zeichnet ein verworrenes Bild diverser Machtkämpfe innerhalb verschiedener Clans. Der wachsende Einfluss von ausländischen Gruppierungen macht das Leben ebenfalls nicht einfacher.

Der Yakuza-Serie, die bereits aus sieben Titeln und jeder Menge Spinn-Offs besteht, feierte in Japan riesige Erfolge. In Europa konnte die Serie bisher noch nicht so richtig Fuß fassen. Deshalb wird in Yakuza 6 auch nicht automatisch vorausgesetzt, dass der Spieler bereits die Vorgeschichte oder das Gameplay kennt.

Im Schnelldurchlauf bekomme ich daher einen Überblick, der alles Wesentliche zusammenfasst. Auf meinem Smartphone kann ich immer wieder Tipps zum Kampfsystem oder andere wichtige Hinweise ansehen. Hier habe ich mir jetzt auch die Zeit genommen, diese genau durchzulesen. Auch diese Anleitungen sind knapp und präzise gehalten, dass ich gut gerüstet im Spiel voranschreite. Einen erfahrenen Yakuza-Spieler wird das vielleicht nerven, aber einem Einsteiger wie mich ist diese Einweisung sicher willkommen. Außerdem sind die Tipps ja optional und man muss sie nicht lesen, wenn man nicht will.

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YAKUZA 6: The Song of Life

Drei Schwierigkeitsgrade stehen zur Auswahl und ich gestehe, ich habe mich hier für „Leicht“ entschieden. Ich wollte mich nämlich mehr auf die wirklich gelungene Story konzentrieren als in hitzigen Kämpfen ständig meine Haut retten. Wer sich nicht entscheiden kann, hat später im Spielverlauf auch die Möglichkeit, den Schwierigkeitsgrad noch zu ändern. Das verdient ein Lob!

Yakuza 6 speichert übrigens automatisch, aber ich habe auch die Möglichkeit manuell zu speichern. Etwas, was in modernen Spielen nicht mehr selbstverständlich ist.

Im Kampf wird alles zur Waffe

Ein Hauptbestandteil von Yakuza 6 sind seine großartigen Martial-Arts-Kämpfe. Die lassen auch nie lange auf sich warten, denn ständig streifen irgendwelche dubiosen Gangs durch die Straßen, die mich angreifen, sobald sie mich sehen. Da fliegen sofort die Fäuste und Füße und es kann schon mal etwas unübersichtlich werden.

Das Kampfsystem scheint zu Beginn verwirrend, doch nach ein paar Schlägereien flutschen die Kombos und meine Gegner liegen schneller auf dem Boden als sie ein Glas Sake trinken können. Auch durch zahlenmäßig weit überlegene Horden lässt sich Kiryu nicht beeindrucken und auch eine solche Übermacht ist bald erledigt.

Während des Kampfes habe ich die Möglichkeit, alles als Waffe zu verwenden, was lose herumliegt oder -steht. Blumentöpfe, Fahrräder, Flaschen oder auch Waffen, die meine Gegner fallen lassen, werden „sinnvoll“ eingesetzt. Die Animationen sind sehenswert und ich ertappe mich, dass ich mich immer öfter nach Gegenständen umsehe, die ich meinen Kontrahenten überziehen könnte. Der Spaßfaktor ist jedenfalls riesig.

YAKUZA 6: The Song of Life

Ein weiteres Merkmal der Kämpfe in der Yakuza-Reihe ist der sogenannte Heat Mode. Dazu sammle ich während des Kampfs Adrenalin (oder was auch immer), bis sich eine Anzeige gefüllt hat. Danach kann ich in den Heat Mode umschalten. Meine Angriffe werden dadurch schneller und verursachen mehr Schaden. Sehr praktisch bei Bosskämpfen.

Emotionale Story inklusive

Obwohl die Rangeleien mit den Straßengangs wirklich Spaß machen, folge ich doch gerne der Story von Yakuza 6. Wer keine Lust hat viel zu lesen, ist hier falsch aufgehoben. Unzählige Dialoge, die Kiryu immer nur stückchenweise weiterbringen, heftige Streitgespräche und emotionale Momente bilden das Gerüst für eine tiefgehende Hintergrundstory. Man kann förmlich fühlen, wie Kiryu immer mehr in einen Zwiespalt gerät, den er eigentlich vermeiden wollte.

YAKUZA 6: The Song of Life

Die einzelnen Charaktere des Spiels sind glaubwürdig dargestellt, zeigen Gefühle und auch eine gewisse Tiefe. Dazu tragen vielleicht auch die nahezu realistische Grafik und das Mienenspiel der einzelnen Personen bei. Selten sieht man in einem Spiel eine solche Detailtreue.

Was allerdings etwas stört sind die Ladebildschirme während der Szenenwechsel. Zwar werden immer interessante Informationen eingeblendet, aber ich werde trotzdem jedes Mal wieder kurz aus der Story gerissen.

In Yakuza 6 kommt auch der Humor nicht zu kurz. Immer wieder stolpere ich mit Kiryu in Situationen hinein, bei denen ich mit meinem WTF-Gesicht vor dem Monitor sitze. Kiryu scheint es ebenso zu gehen, soweit ich seine Miene deuten kann. Da werde ich beispielsweise Zeuge, wie zwei Jugendliche stolpern und miteinander eine Treppe herunterfallen. Unten angekommen versuchen sie dann den herbeigeeilten Vater zu überzeugen, dass sie beim Sturz ihre Körper getauscht haben. Ein köstlicher Dialog. Immer wieder treffe ich auf solche abstrusen Situationen oder werde sogar mit hineingezogen. Hier haben die Entwickler ganze Arbeit geleistet.

YAKUZA 6: The Song of Life

Leveln leicht gemacht

Während des Anspiel-Events hatte ich kaum Zeit gehabt, mir das Level System genauer anzusehen. Das habe ich jetzt nachgeholt. Es gibt, ein paar Grundeigenschaften, wie Gesundheit, Angriffskraft oder Verteidigung und es wird empfohlen, diese als erstes etwas zu pushen. Daneben habe ich aber die Möglichkeit, bestimmte Eigenschaften des Heat Modes oder des generellen Kampfes hochzuleveln.

YAKUZA 6: The Song of Life

Jeder Level-Up verlangt eine Anzahl Erfahrungspunkte in bestimmten Bereichen. Die komme ich z.B. durch Kämpfe, das Erledigen von bestimmten Aufgaben oder auch durch Essen. Ist der Magen allerdings voll, gibt’s auch keine zusätzlichen Punkte mehr.

Daneben gibt es zwei Slots, in denen ich Gegenstände platzieren kann. Diese können ebenfalls einige Eigenschaften verbessern oder zusätzliche Vorteile bieten. Unter anderem findet man diese Gegenstände in Safes, die überall in der Stadt platziert sind. Hier gilt es allerdings sich vorher den Schlüssel zu beschaffen, der meist in der Nähe versteckt ist. Die Suche danach ist eine kleine zusätzliche Herausforderung.

Wir basteln uns einen Clan

Etwas später im Spiel bekomme ich sogar die Gelegenheit einen eigenen Clan zusammenzustellen (soviel zu Kiryus Entschluss, dem Gangsterleben zu entsagen) und in den Kampf zu schicken. Hier muss ich meine Leute klug je nach gegebener Situation einsetzen, um den Sieg davon zu tragen. Manche haben besondre Fähigkeiten, die ich aktivieren kann, wenn es nötig wird.

Auch diese Clankämpfe haben etwas von einem Minigame, aber sie sind gut in die Story integriert und fordern taktisches Geschick.

YAKUZA 6: The Song of Life

Schöne sterile Welt

Yakuza 6 besticht durch seine unglaublich realistisch texturierte und bunte Spielwelt. Allerdings haben die Straßen von Tokio oder später auch Hiroshima für mich etwas Abweisendes. Die meisten Türen sind verschlossen und viele Bereiche können nicht betreten werden. Was anfänglich zum Erkunden einlädt, entpuppt sich bald als eine ziemlich reglementierte und leere Welt. Aber vielleicht ist das so gewollt, denn das Gameplay zielt ja nicht auf Sammeln und Erkunden ab, sondern auf knallharte Action und eine emotionale Story. Trotzdem wurde ein Fotomodus integriert, mit dem man die schönsten Eindrücke festhalten kann.

YAKUZA 6: The Song of Life

Abwechslung gibt es dennoch genug. Läden, in denen ich z.B. Lebensmittel kaufen kann, diverse Restaurants und jede Menge Spielhallen lassen keine Langeweile aufkommen. Des Minispielen habe ich jetzt etwas mehr Zeit eingeräumt und war wieder von der Vielfalt und der Qualität überrascht. Hier lohnt es sich auf jeden Fall, das eine oder andere Spiel auszuprobieren.

Meine Einschätzung

Auch nach nun längerer Spielzeit hat sich meine ursprüngliche Meinung nach dem Preview-Event nicht geändert. Die besondere Mischung aus brutalen Martial-Arts-Kämpfen und tiefgehender, spannender Story, gewürzt mit viel Humor garantiert jede Menge Spielspaß. Allerdings muss man eben beides mögen, um das Spiel genießen zu können: schnelle und actionreiche Kämpfe, sowie die narrative Komponente des Spiels, die einen wichtigen Teil von Yakuza 6 darstellt. Wer sich darauf einlässt erlebt ein großartiges und unterhaltsames Spektakel, das auch optisch zu überzeugen weiß.

Yakuza 6 erscheint am 17. April ausschließlich für PlayStation 4. Seit dem 27. Februar steht eine Demo von Yakuza 6 über das PlayStation Network zu Download bereit. Wem das Spiel gefällt und es anschließend kaufen möchte, der kann seinen Spielstand dann sogar von der Demo sogar in die Vollversion übernehmen.

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