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Shadow of the Colossus - Schöne leere Welt – Unser Review

Shadow of the Colossus

Der Hype war groß um das Remake von Shadow of the Colossus. Aber hält es auch, was es verspricht? Wir haben uns das Spiel einmal angesehen.

Was will mir Shadow of the Colossus eigentlich sagen? Das frage ich mich nun nach ein paar Stunden, in denen ich mich mit meinem Protagonisten Wander mehreren Kolossen zum Kampf gestellt habe.

Shadow of the Colossus

Die Story klingt nämlich erst einmal nicht so schlecht. Wander möchte ein Mädchen wieder zum Leben erwecken und sucht deshalb das übernatürliche Wesen Dormin in einem abgelegenen Tempel auf. Dormin erklärt sich auch bereit, das Mädchen zu retten, wenn Wander im Gegenzug 16 Kolosse zur Stecke bringt. Hört sich erst einmal spannend an.

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Viel mehr wusste ich über dieses Spiel auch nicht, als ich die Remake-Version auf der PlayStation 4 installiert habe. Das Original, das damals für die PlayStation 2 und später überarbeitet für die PlayStation 3 herauskam, habe ich nämlich nicht gespielt.

Aber ich freute mich auf eine etwas mystische Geschichte in einer traumhaften Umgebung, denn natürlich habe ich vorher schon die wunderschönen Remake-Screenshots zu Shadow of the Colossus bewundert.

Beeindruckende, aber traurige Kolosse

Bei meinem ersten Treffen mit einem Koloss bin ich dann doch überrascht, wie riesig der ist. Aber beherzt stürze ich mich mit meinem Protagonisten in den Kampf. Dieser besteht zunächst einmal darin, den Riesen zu erklimmen und dann eine Stelle zum Zuschlagen zu finden. Da gilt es dann, immer schön die Ausdaueranzeige im Blick zu behalten und Wander zwischendurch auch einmal eine Sekunde zum Verschnaufen geben. Das ist allerdings leichter gesagt als getan, aber auf den riesigen Ungetümen findet sich immer irgendwo, wenn auch nur kurzzeitig, ein ruhiges Plätzchen. Dahingehend sind diese Kämpfe schon etwas Besonderes, denn wann rückt man einem Gegner schon mal so nahe auf den sprichwörtlichen Pelz.

Habe ich einmal die verletzlichen Stellen des Riesen gefunden, dann ist er auch mehr oder weniger schnell erledigt. Und weiter geht’s zum nächsten Gegner.

Shadow of the Colossus

Wobei „Gegner“ fast die falsche Bezeichnung ist, wie ich finde. Durch die langsamen Bewegungen der Ungetüme ist es kaum eine Herausforderung, ihren Tritten oder Schlägen auszuweichen. Die eigentliche Schwierigkeit besteht darin, nicht wieder von ihnen abgeworfen zu werden, wenn ich endlich einen Weg gefunden hatte, mich an ihnen festzukrallen. Runterfallen bedeutete nämlich in den meisten Fällen empfindlichen Verlust von Lebensenergie. Wie eine Laus im Pelz arbeite ich mich vorwärts, bis eine günstige Gelegenheit gekommen ist, einen Schlag oder Stich in eine verletzbare Stelle zu setzen.

Zu wenig Story, zu viele Fragen

Die Kolosse tun mir fast schon leid. Eigentlich sind es faszinierende und einzigartige Wesen, die mir eher traurig und neugierig als bedrohlich vorkommen. Auch über ihre sich sicher interessanten Geschichten erfahre ich leider nichts. Wo kommen sie her? Verdienten sie den Tod überhaupt? Und über war was Dormin so verärgert, dass ich mich jetzt mit ihnen beschäftigen muss? Das alles wird nicht hinterfragt oder erklärt. Vielleicht weil es Wander egal ist und er nur die junge Frau retten will? Aber welche Beziehung hat er zu ihr, dass sie ihm so viel bedeutet? Auch hier schweigt sich das Spiel bisher aus.

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Ein Spiel das Leere hinterlässt

Die Spielwelt ist allerdings fantastisch. Hier wurde beim Remake ganze Arbeit geleistet. Oft bleibe ich stehen, um die überwältigende Landschaft zu bewundern oder eine Ruine aus der Nähe zu betrachten.

Shadow of the Colossus

Aber viel mehr gibt es hier auch nicht zu tun. Auf meinen Wegen zu den Gegnern herrscht gähnende Leere, was Orte zum Erkunden oder weitere Aufgaben angeht. Ich reite einfach nur durch Wälder und Wüsten, über Grasland und an alten Bauwerken vorbei, klettere vielleicht noch einmal eine Felswand hoch oder versuche mein störrisches Pferd über einen Graben springen zu lassen. Das war’s dann aber auch schon. Hier lässt mich Shadow of the Colossus etwas enttäuscht in der wunderbaren Landschaft sitzen.

Shadow of the Colossus

Was mich ebenfalls etwas frustriert hat, war die teilweise etwas hakelige Steuerung. Mit der Zeit habe ich mich damit arrangiert, aber trotzdem war es manchmal eine Herausforderung mein Pferd in eine gewünschte Richtung zu lenken. Hier hätte man, wie auch bei der mitunter sehr nervige Kameraführung, beim Remake ruhig ebenfalls etwas Hand anlegen dürfen.

Mein Fazit

Das Spiel ist wunderbar gemacht, keine Frage. Aber für mich fühlt es sich irgendwie leer an. Ich reite durch wunderschöne Gegenden, bewundere hier und da phantasievolle Tempelruinen, aber die Spielwelt ist für meinen Geschmack einfach zu leer. Natürlich entschädigt die Umgebung für vieles, aber außer den Kolosskämpfen ist leider nicht viel zu tun. Es gibt keine interessante Story, an der ich mich entlanghangeln muss, und nach Nebenquests brauche ich mich gar nicht erst umzusehen. Das ist ein wenig schade, denn die Landschaft lädt zum Erkunden ein, nur leider gibt es einfach nichts zu erkunden.

Die Kolosskämpfe sind spannend, aber für meinen Geschmack sind sie sich zu ähnlich, um wirklich anhaltend fesselnd zu sein. Ich habe eigentlich bereits nach ein paar Kämpfen die Lust verloren, wieder kilometerweit durch die hübsche Leere zu reiten, wieder auf den Gegner zu klettern, wieder die leuchtenden Stellen im Fell zu suchen, wieder mein Schwert da reinzustoßen …

Shadow of the Colossus

Vielleicht bin ich ja ein verwöhnter Fratz, aber ich war nach dem Hype um dieses Spiel, doch ein wenig enttäuscht. Es fehlt mir einfach an Inhalt und Story, um mich länger bei der Stange zu halten. Nach ein paar Kolossen ist deshalb für mich die Luft jetzt erst mal raus. Vielleicht kann ich mich ja später noch einmal etwas mit der schönen Ästhetik des Spiels anfreunden.

Das Remake von Shadow of the Colossus ist ausschließlich für die PlayStation 4 erhältlich.
Uns wurde freundlicherweise kostenlos ein Reviewexemplar zur Verfügung gestellt.

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