Kirby Star Allies – Kirby’s erstes Switch Abenteuer im Gamerz.one Review!

Der knuffige Knödel Kirby kommt zum ersten Mal auf die Switch. Wieviel Spielspaß und Knuddelfaktor dürfen wir im neusten Kirbyteil erwarten? Das erfahrt ihr in unserem Review!

Das erste Abenteuer des rosa Knödels auf der Nintendo Switch

Ich erinnere mich noch sehr genau, wann ich das erste Mal den knuffigen Knödel Kirby durch die Gegend steuern durfte. Das war damals auf dem ganz alten Nintendo Gameboy, welches auch gleichzeitig Kirby’s erster Auftritt in einem Videospiel war. In Kirby’s Dreamland schlüpfte man in die Rolle des kugelförmigen, niedlichen Helden, der die Fähigkeit hatte alles mit seinem Mund in seiner Umgebung aufzusaugen und wieder auszuspucken. Seien es Feinde oder Sterne oder andere Gegenstände. Außerdem konnte er Luft einsaugen und sich zu einer Art Ballon aufpusten um jederzeit in der Luft herum fliegen zu können. Ausgestattet mit diesen Fähigkeiten musste er durch zahlreiche Jump and Run Level manövriert werden und traf dabei auf unterschiedliche Zwischenbosse und letztlich den großen Endboss König DeDeDe.

Ich habe vor dem Review vom neuen Kirby für die Nintendo Switch noch einmal das alte Gameboyspiel durchgezockt und war überrascht, wie kurz es doch war. Innerhalb von ungefähr 30 Minuten durfte ich schon den Abspann bewundern. Das kam mir als Kind früher viel länger und auch schwieriger vor.

Kirby Star Allies
Kirby’s Dreamland (1992) und Kirby Star Allies (2018)

Jedoch war Kirby immer ein Spiel, das für einen sehr leichten Schwierigkeitsgrad und kurze Spieldauer bekannt war. Besonders die jederzeit einsetzbare Flugfähigkeit hilft Anfängern enorm, da man einfach über viele Hindernisse und Gegner hinweg fliegen kann. Oder sich vor Abgründen retten kann, bevor man wie bei Super Mario in den Tod stürzt. Das und die extrem knuddelige Optik des Hauptcharakters und der Gegner sowie die Welten macht Kirby eher zu einem Spiel für jüngere Gamer.

Trotzdem muss ich sagen, dass ich jede Menge Spaß beim Spielen des alten Klassikers hatte. Die alten Erinnerungen kamen besonders durch die ohrwurmmäßige Musik wieder hoch, die man unweigerlich noch draußen in der echten Welt vor sich hin summte.

Nun hat uns Nintendo ein Exemplar des neusten Kirby Ablegers für die Nintendo Switch zum Testen geschickt: Kirby Star Allies. Ich war natürlich gespannt, ob das alte Kirby-Feeling wieder in mir aufkommen würde. Denn bis auf die Ableger Kirby’s Adventure (Nintendo 3DS Remake) und Kirby’s Pinball Land (Gameboy) hatte ich keines der älteren Kirbys gespielt. Aber so passt es trotzdem ganz gut: ich habe Kirby das erste Mal auf einer mobilen Konsole 1992 gespielt und spiele es nun 2018 auch auf einer mobilen Konsole.

Altes und Neues

Das neue Kirby für die Nintendo Switch bietet sowohl viel Altes, was die Fanherzen höher schlagen lässt, als auch viel neues und neue Gameplaymechaniken. So hüpft man immer noch durch knuddelig bunte Level, bei denen das Hauptziel, wie in den meisten Jump and Runs, im Erreichen des Ziels liegt.

Das Ende ist in diesem Falle ein goldenes Tor. Auf dem Weg dorthin stellen sich einem jede Menge Gegner und Hindernisse, aber auch Rätsel in den Weg. Auch kann Kirby wieder jederzeit durch die Lüfte fliegen. Soweit gab es das alles schon in den Vorgängern. Viele altbekannte Gegner, die man schon aus dem alten Titel für den Gameboy kennt, tauchen auch hier wieder auf.

Jedoch hat sich der Entwickler HAL Laboratory nun einen neuen Clou ausgedacht. Wie im Spiel Kirby’s Adventure kann man durch Einsaugen und Runterschlucken eines Gegners dessen Fähigkeit übernehmen. Hat dieser beispielsweise ein Schwert, übernimmt Kirby dieses und dessen besondere Kampffähigkeiten. So kann er damit die verschiedensten Moves ausführen. Das Neue ist nun, dass Kirby nicht nur selbst die Fähigkeiten übernehmen kann, sondern sich mit bis zu drei Gegnern gleichzeitig anfreunden kann.

Wirft er nämlich ein Herz auf diese, verwandelt sich dieser sofort in Kirbys Freund, welcher ihn auf seinem Weg begleitet. Bis zu drei Freunde kann er so rekrutieren, die ihm auf Schritt und Tritt durch das Level folgen. Im Einzelspieler werden diese vom Computer gesteuert. Ist man zu zweit oder hat noch mehr Mitspieler, können diese sich jederzeit in das Spiel einklinken und mitspielen. So kann man zum Beispiel unterwegs einfach einen Joy-Con an einen Spieler abgeben und sich gemeinsam durch die bunten Welten kämpfen.

Die Steuerung der zusätzlichen Freunde ohne menschlichen Gegenpart werden immer vom Computer übernommen. Aber am meisten Spaß kommt natürlich mit echten Mitspielern auf, mit denen man sich zum Beispiel absprechen kann oder die im Gewusel des Kampfes für lustige Situationen sorgen.

CPU Kollegen machen in Kirby Star Allies einen guten Job

Die CPU-Kollegen sind allerdings teilweise auch gut gelungen. Sie kämpfen oftmals mutig an vorderster Front und sind sich nicht zu schade sich auf Gegner zu schmeißen. Leider manchmal viel zu sehr. In vielen Fällen nehmen sie einem die komplette Arbeit ab und besiegen alles was nicht bei drei auf den bunten Bäumen ist. Besonders bei Endgegnern übernehmen sie oft die komplette Arbeit und man bräuchte eigentlich nur zusehen wie sie die Gegner fertig machen. In anderen Fällen killen sie fröhlich Gegner, die man eigentlich gerade anfreunden wollte. Es gibt auch keine Möglichkeit sie im Zaum zu halten oder sie irgendwie zu kontrollieren. Es kommt auch vor, dass sie bei Sprungpassagen zurückbleiben und in Fallen geraten oder sich von verschiebenden Plattformen zermalmen lassen.

Den größten Teil des Spiels agieren sie allerdings recht intelligent und verlässlich. Die Auswahl an Feinden bzw. Freunden ist sehr groß und vielfältig: So gibt es unzählige Gegner aus den alten Kirby Titeln aber auch neue Feinde mit neuen Fähigkeiten. Vom Schneemann der alles in Eisblöcke einfriert bis zum Feuergegner der alles flambiert.

Und wenn das nicht schon genug wäre können viele dieser Fähigkeiten auch noch kombiniert werden. So wird aus einem einfachen Schwert zum Beispiel ein Flammenschwert oder ein Eisschwert. Mit Hilfe dieser Kombinationen kann man dann bestimmte Rätsel lösen, die meist zu Passagen mit versteckten Orten führen. Hier findet man entweder Sterne (das Äquivalent zu Münzen in Mario, 100 ergeben ein Extraleben); Essen, das die Energie auflädt; Puzzleteile (schalten neue Sachen frei) oder große Schalter (schalten neue Zusatzlevel frei).

Die Rätsel sind allesamt so aufgebaut, dass man sie mit bestimmten Fähigkeitskombinationen bzw. Specialmoves lösen kann. Oft sind vor einer Rätselpassage genau die Gegner anzutreffen, die für die Lösung benötigt werden. Die meisten sind deshalb auch sehr einfach gelöst, vor allem mit Computerfreunden. Mit menschlichen Spielern hat man hier deutlich mehr zu knobeln, da man alleine auf die Lösung kommen muss. Die meisten dieser Rätsel sind zwar kreativ, jedoch auch sehr einfach geknackt.

Zum Beispiel muss man die Zündschnur zu einer Ladung Dynamit mit einem Feuerfreund anzünden, während zwei Regenschirmfreunde dafür sorgen, dass diese nicht durch Wasserfälle nass wird. Mit Computerfreunden die alles automatisch machen ist dies jedoch nur der halbe Spaß. Des Weiteren gibt es noch Freunde-Specialpower, bei denen man zum Beispiel zu viert ein Rad oder einen Zug bildet und durch das Level poltert, was weitere Abwechslung und Action bringt.

Gameplay und Präsentation

Gameplaytechnisch spielt sich das neuste Kirbyspiel wirklich gut. Ein wichtiger Punkt war hierbei, dass man die Knopfbelegung für Springen und Angreifen invertieren konnte, was in der Demo leider nicht der Fall war. So musste man sich nach anderen Hüpfspielen wie Mario nicht komplett umstellen.

Kirby und seine unterschiedlichen Moves lassen sich größtenteils recht intuitiv und natürlich ausführen und man hat die meiste Zeit eine gute Kontrolle. Das Einzige was mich gestört hat war, dass Kirby erst rennt, wenn man den Analogstick zweimal nach rechts bzw. links drückt, das nervt wenn man schnell weg möchte, aber er dann doch nur langsam schlendert. Aber auch daran gewöhnt man sich. Alles in allem fühlt sich nach einer Eingewöhnungsphase alles gut spielbar an.

Die kunterbunte Grafik und putzigen Animationen sind sicherlich das Highlight von Kirby. Das Spiel sieht sowohl auf einem großen Bildschirm als auch auf dem kleinen Bildschirm der Switch erstklassig aus. Es gibt grüne frische Wiesen, Eislandschaften, Herbstlandschaften, Strände und vieles mehr. Dabei sind sowohl Vordergründe als auch Hintergründe wunderschön gestaltet und teilweise sogar animiert. Es gab mit TV-Modus zwar ein paar hässlichere Pixelkanten, aber das ist eher zu vernachlässigen.

Auch die Bewegungen der Charaktere und Feinde sind zuckersüß animiert. Wenn man das erste mal mit Kirby etwas ansaugt und er die Augen dabei angestrengt zukneift, kann man dem Knuddelcharme einfach nicht wiederstehen. Oder wenn Kirby seinen Freunden ein Küsschen auf die Wangen drückt um Lebensenergie zu verteilen. Da geht auch dem härtesten Spieler das Herz auf.

Auch die Effekte der einzelnen Waffen und Fähigkeiten sind großartig animiert. Wenn Dinge in Flammen aufgehen oder Wasser durch die Gegend spritzt, wirkt das ganze wunderbar natürlich und spektakulär. Alles läuft immer flüssig und ich konnte keine Framerateeinbrüche bemerken. Das Spiel läuft meinen Infos nach jedoch nur mit 30 fps und nicht wie Mario Odyssey mit 60 fps, negativ aufgefallen ist dies jedoch nicht.

Die Musik beinhaltet viele alte Musikstücke aus Kirby, die man immer noch munter mitsummen kann, aber auch neue Titel mit Ohrwurmqualitäten. Und auch die anderen Spielsounds passen perfekt zum actionreichen Geschehen.

Die Präsentation des Spiels ist eigentlich durchweg sehr ansprechend gestaltet. Das Menüdesign ist übersichtlich, schick und man findet sich sehr schnell zurecht. Toll ist zum Beispiel, das man sämtliche Fähigkeiten und deren Steuerung schnell im Pausenmenü nachschlagen kann. Ein weiteres schönes und neues Element ist eine Oberweltkarte, wie man sie aus den klassischen Mariospielen kennt. Hier läuft man frei herum und kann die verschiedenen Level betreten und auch ein paar Sterne finden.

Die eigentliche Geschichte ist bei Kirby wie immer recht simpel gehalten. Es geht im Grunde zunächst darum König DeDeDe zu besiegen, der alle Nahrungsmittel gestohlen hat und danach das komplette Universum zu retten. Das wird am Anfang in einer schön gerenderten Zwischensequenz gezeigt.

Besonders hervorzuheben ist hier allerdings das epische, finale Bossbattle, das ich niemals in einem Spiel von Kirby erwartet hätte. Hier werden inszenatorisch alle Register gezogen. Danach fühlt man sich tatsächlich körperlich gefordert, sooft muss man hier in die Tasten hacken und den Joystick quälen. Toll!

Eine besondere Passage in einem Zusatzlevel greift sogar das alte Kirby Gameboyspiel auf und benutzt das Vibrationsfeature der Joy-Cons auf ganz besondere Weise. Man merkt, dass die Entwickler sich hier wirklich Mühe gegeben haben und ihren kleinen Knödel wirklich lieben.

Größtes Problem von Kirby Star Allies: Die Spieldauer

Der größte Negativpunkt an Kirby Star Allies ist sicherlich die Spieldauer. Nach ca 6 Stunden Spielzeit hat man das Ende des Spieles schon erreicht. Das liegt eigentlich nicht mal daran, dass es zu wenig Level gibt. Denn wenn man alle freischaltet sind es sogar überraschend viele. Es liegt an dem sehr leichten Schwierigkeitsgrad.

Man stribt eigentlich so gut wie nie und am Ende hatte ich über hundert Extraleben gesammelt. Rätsel sind selten sehr fordernd und die CPU-Freunde übernehmen viele Kämpfe. Passagen, die man erst nach vielen Anläufen schafft oder Endgegner die man mit unterschiedlichen Taktiken bekämpfen müsste, hätten dem Spiel wirklich gut getan.

Nachdem der Storymodus abgeschlossen ist, hat man allerdings noch ein paar Stunden Spaß am Sammeln aller Puzzleteile und Zusatzlevel, die man freischalten kann. Auch das Spielen der Level mit menschlichen Freunden addiert noch zusätzliche Spielzeit. Lustig ist allerdings, dass die Entwickler die typisch kurze Spielzeit in einer Passage sogar selbst auf die Schippe nehmen und das Spiel dann doch weiter geht.

Außerdem werden auch noch zusätzliche Modi im Hauptmenü freigeschaltet. So gibt es einen Modus, in dem man mit jedem der verschiedenen Freunde die Level auf Zeit bewältigen muss. Ein spaßiger Weg die Level noch einmal anders zu erleben. Auch ein Modus in dem man alle Endgegner noch einmal bezwingen kann, könnte für längere Spieldauer sorgen.

Zusätzlich gibt es noch ein paar Partyminispiele, in denen man um die Wette Holzhacken oder Kometenbaseball spielen muss. Trotzdem ist Kirby ein eher kurzes Vergnügen, bei dem man sich gut überlegen sollte ob man es sich für aktuell ca. 50 Euro gönnen möchte oder vielleicht noch etwas wartet, bis der Preis fällt.

Fazit

Kirby Star Allies ist ein wirklich gutes Spiel, das viel Spaß macht. Es ist wundervoll designed und animiert und spielt sich zum größten Teil flüssig und ohne Frust. Mich hat es nach der Demo absolut positiv überrascht und macht erstaunlich viel Spaß. Freunde der alten Kirbyspiele werden hier sehr viel Freude haben und viele nostalgische Momente erleben.

Wer eher auf nicht allzu fordernde Jump and Runs steht, die nicht zu sehr an den Nerven zehren und sich nicht durch den etwas zu hohen Preis für diesen Umfang abschrecken lässt, der bekommt einen wirklich guten Kirbytitel für seine Switch.

 

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