ECHO - Ein intelligentes System – Unsere Review

Es ist ein bekanntes Klischee der Videopsielszene, Künstliche Intelligenz, die einfach nur strunz dumm ist. Doch nun gibt es das Spiel „ECHO“ vom Entwicklerstudio ULTRA ULTRA, welches mit diesem Klischee aufräumen will. Wir haben es für euch mal getestet.

 

Seid ehrlich, egal wie gut ein Assassin’s Creed, als Stealth-Spiel ist, am Ende ist KI des Spiels immer total dumm. Nämlich so dumm, dass selbst der aller größte Anfänger das Spiel locker durchspielen könnte. Warum die KI immer so schlecht ist, fragt ihr euch? Na aus einem ganz einfachen Grund. Die Industrie möchte nicht, dass wir Frust erleben.  Denn Frust könnte zum Abbruch des Spiels führen und dies wäre natürlich schlecht für den Publisher, der ja seine Spieler an das Produkt binden möchte. So geht man kein Risiko ein und man kann mögliche Nachfolger besser vermarkten. Aber natürlich stimmt das per se nicht unbedingt, denn auch Spiele, wie Dark Souls beweisen, dass auch stark frustrierende Spiele zum Verkaufshit werden können und gerade ECHO beweist uns hier, wie man die KI intelligent einsetzen kann!

Ein innovatives System

Das tollste an diesem Spiel ist nämlich nicht nur unsere Protagonistin En, die mit ihrem KI-Kollegen, namens London, versucht ihren für Totgeglaubten Weggefährten Foster wiederzubeleben. Dazu fliegt sie zu einem Planeten, welcher mehr als mysteriös erscheint. Unter der Oberfläche des Planeten existiert ein Palast, welcher Menschenleer wirkt im ersten Moment, doch im späteren Verlauf des Spiels ändert sich dies, als klonartige Wesen, die wie En aussehen, uns angreifen wollen. Dabei bemerken wir, dass dieser Palast eine scheinbar ständige Art von Energieentladung hat. So kommt es zu ständigen Stromausfällen. Und diese Stromausfälle sind quasi unsere Rettung vor uns selbst bzw. vor unseren eigenen Klonen.

Damit wären wir auch schon beim Gameplay und somit beim größten Pluspunkt des Spiels. Denn der große Trick bei diesen Klonen ist, dass sie nicht nur bloße Mordopfer von uns sind, wie die meisten Gegner in anderen Spielen, sondern ebenbürtige Kämpfer sind. Denn sie können lernen! Der Palast registriert all unsere Handlungen, sprich wenn wir eine Tür öffnen, über Sachen springen, schießen, sprinten oder sonstige Dinge tun, die uns das Gameplay ermöglicht, können unsere Gegner diese Fertigkeiten gegen uns selbst einsetzen!

ECHO Echoes Releasedatum

Klingt für euch zu schwer? Ist es aber überraschenderweise nicht! Denn jedes Mal, wenn das Licht aussetzt, werden nur die Fertigkeiten übernommen, die ihr vor dem Reset eingesetzt habt. Also könntet ihr theoretisch die ganze Zeit die W-Taste gedrückt halten und eure Gegner würden nur wissen, wie man normal gehen kann.

Kurz vor dem Reset gibt es eine kleine Dunkelphase in der die Klone auch nichts lernen, wenn ihr also in dieser Zeit ein Waffenheld in Person seid, dann werdet ihr keinerlei Konsequenzen davon tragen.

Taktik ist der Schlüssel zum Sieg

Wenn ihr erst einmal verstanden habt, wie dieses Spiel funktioniert, dann ist es auch keine Mammut Aufgabe mehr das Spiel zu bewältigen. Allerdings es auch kein Kinderspiel, um ehrlich zu sein. Denn wer glaubt es sei ein einfacher Spaziergang zum Spielende, der irrt gewaltig. Ihr müsst wirklich mit Taktik an die Sache heran gehen und müsst verstehen was die Gegner im jeweiligen Moment können, um sie gekonnt auszutricksen.

Aber auch im späteren Verlauf wird es komplexere Levels, mehr Gegner und gegen Ende sogar noch stärkere Gegner geben. Somit müsst ihr Klug an dieses Spiel heran gehen. Leider wird euer Hirn nicht sehr lange gefordert, denn nach etwa sechs Stunden habt ihr es dann auch schon geschafft und ihr könnt euch wieder entspannen.

Grafische Spielereien

Immerhin werden es optisch sehr schöne Stunden. Der Palast ist tatsächlich sehr schön animiert und die unterschiedlichsten Räume erwecken im ersten Moment schweigende Stille. Grund dafür ist der Aufbau der ganzen Räume. Überall stehen Stühle, Spiegel, Kronleuchter usw., aber jeder Raum sieht so unberührt aus, als seien wir die erste Person, die diesen Palast von innen her besucht. In diesen menschenleeren Räumen denkt man immer wieder an die Zitate alter Filme, wie Alien: „Im Weltraum hört dich niemand schreien“.

Man bekommt generell aufgrund der schönen grafischen Optik, den Eindruck ECHO sei von vielen unterschiedlichen Sachen inspiriert worden. Eine wirre Mischung aus Alien, Samus Aran und Cube entsteht und es gibt sogar noch mehr Referenzen!

Aber auch die ganzen dynamischen Lichtspielereien führen zu einer sehr dichten und spannenden Atmosphäre. Wenn die erste Dunkelphase anfängt und ihr euch schon in Bereitstellung bringt, um die Sau raus zu lassen, dann macht das echt verdammt viel Spaß.

Und man darf nicht vergessen. ECHO ist keine 100 Millionen Dollar Produktion, wie bei den Triple A Genrekollegen, sondern ein kleines Spiel des Studios ULTRA ULTRA. Und dafür, dass das Spiel eben kein Triple A Titel ist, sieht es verdammt gut aus und baut eine deutlich besser Atmosphäre auf, als die Konkurrenz.

Etwas knapper Umfang

Wie schon oben erwähnt seid ihr mit diesem Spiel ein paar Stunden bedient und könnt euch danach was anderem widmen. Das sollte jetzt kein Kritikpunkt sein, sondern im Gegenteil. Das Spiel hat zwar eine faszinierende Gameplay-Komponente, muss allerdings mit nur drei Modi klar kommen.

Der erste ist ihr lauft zu einem Punkt, um aus dem Level raus zu kommen. Beim zweiten müsst ihr erst zwei Schlüssel sammeln, um dann weiter zu kommen. Und beim dritten wird von euch verlangt eine gewisse Anzahl an Energiekristallen zu sammeln, um dann damit die nächste Tür zu aktivieren.

ECHO

Diese Modi spielt ihr immer wieder und wieder, weswegen es gegen Ende des Spiels ein wenig eintönig, aber nicht langweilig wurde.

Ihr könnt auch während den Missionen Melodien sammeln, um dadurch Nachrichten zu dechiffrieren. Ein nettes Beiwerk, wenn man Zeit dafür hat.

Mein einziger Kritikpunkt hier wäre tatsächlich die Erzählung der Story, denn diese wird nur in den Gesprächen zwischen En und London erläutert. Dementsprechend fällt es etwas schwer, der Handlung zu folgen bzw. die Motive und die Antriebe der Charaktere sind dann schwer nachzuvollziehen.

Und wenn ihr das Spiel durchgespielt habt, könnt ihr euch mit den härteren Schwierigkeitsgraden oder im New Game Plus unterhalten.

 

Fazit

ECHO gehört wohl zu den mutigsten Spielen des Jahres 2017! Denn es wagt sich an ein Thema heran, was sonst in der Industrie eigentlich, als Tabuthema behandelt wird. Die KI lernt zwar von uns, ist aber im gesamten Verlauf des Spiels nie über uns. Sie fordert uns heraus zu einem ebenbürtigen Kampf, in dem beide Parteien die gleichen Chancen haben. Das Spiel müsste wie ein „Echo“ durch die Spieleindustrie läuten, um uns zu zeigen das intelligente KI kein Totschlagargument sein muss.

Des Weiteren sind der Stil und die Atmosphäre des Spiels fantastisch. Ihr fühlt euch immer wieder alleine, wenn ihr einen neuen Raum betretet, wisst aber dass euer KI-Kumpel London nicht von eurer Seite weicht. Ein Gefühl der Faszination entsteht.

Zwar ist der Umfang etwas knapp, aber bei einem Spiel, dass so viel grafische und spielerische Tiefe anbietet, sei es verziehen.

Somit können wir euch ECHO wärmstens empfehlen und euch bitten es einfach mal auszuprobieren, bevor ihr ein Urteil fällt. Denn mir hat es großen Spaß bereitet dieses Spiel durzuspielen und bei euch wird das zu 100% auch der Fall sein, garantiert.

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