Dishonored DTDO - Energie aus dem Nichts – Unser Review!

Dishonored Der Tod des Outsiders Titel

Dishonored: Der Tod des Outsiders entführt uns wieder ins sonnige Karnaka. Dieses Mal mit einem heiklen Auftrag. Unser Review gibt euch kleine Einblicke.

Hunde, Hunde, überall Hunde. Leise fluchend ziehe ich mich wieder in eine Nische zurück. Gerade hatte ich mir in Dishonored: Der Tod des Outsiders einen Weg ins nächste Gebäude zurechtgelegt, da machen mir die Biester einen Strich durch die Rechnung. Zwar habe ich ein Knochenartefakt angelegt, damit sie mich nicht wittern können, aber sie scheinen auch noch Adleraugen zu haben und sogar meine Nasenspitze schon zu sehen, wenn ich sie nur ein paar Millimeter um einen Mauervorsprung schiebe. Ich seufze, setze meine magische Weitsicht ein und sehe mich also nach Alternativen um …

Dishonored Der Tod des Outsiders Karnaka

Gleich nach dem Release habe ich mir Dishonored: Der Tod des Outsiders vorgeknöpft, denn als absoluter Fan dieser Stealth-Serie hatte ich mich schon lange auf diesen Teil gefreut. Schön ist übrigens, dass das Spiel auch ohne das Hauptspiel gekauft und gespielt werden kann.

Sonniges Karnaka mit düsterer Story

Ich bin mit Dishonored: Der Tod des Outsiders mal wieder in Karnaka gelandet. Dieses Mal spiele ich Billie Lurke, eine Schülerin des Assassinen Daud, der vor längerer Zeit für den Tod der Kaiserin verantwortlich war. Und wer die Dishonored-Reihe kennt, weiß, dass eine neue Spielfigur auch immer neue Gadgets und neue magische Kräfte bedeutet. Mein Auftrag lautet, eine Waffe gegen den Outsider zu finden und diesen dann damit auszuschalten. Dieses übernatürliche Wesen verlieh bereits Corvo und Emily magische Kräfte, doch seine eigentlichen Ziele blieben immer im Dunklen. Offensichtlich hat man aber jetzt erkannt, dass der Outsider Schuld am Elend und fortschreitendem Untergang des Kaiserreichs ist.

Dishonored Der Tod des Outsiders Karnaka

Hm, zugegeben, diese Geschichte kommt mir jetzt etwas an den Haaren herbeigezogen vor. Aber so richtig hinterfragen durfte man die Stories der Vorgängerteile ja auch nicht. Auch hier gab es große logische Lücken bzw. konnte man manchmal über die Naivität der Protagonisten nur den Kopf schütteln. Für mich trübt das den Spielspaß allerdings nicht, denn mich entschädigen das großartige Gameplay und die phantasievoll ausgearbeiteten Umgebungen. Und über logische oder unlogische Hintergrundstories zerbreche ich mir normalerweise nicht den Kopf.

Dishonored Der Tod des Outsiders Karnaka

Aber jetzt mal rein ins Spiel. Alles scheint vertraut und doch betrete ich hier komplett neue Bereiche von Karnaka. Es hat sich am Spielprinzip nichts geändert. Im guten alten Dishonored-Stil schleiche ich durch die Straßen, beame mich von Balkon zu Balkon und nutze offenstehende Wohnungen um mich umzusehen und um Beute zu machen. Auch hier bewundere ich wieder die detailreichen und gut durchdachten Level und tue mich schwer zwischen den angebotenen Optionen auszuwählen. Soll ich jetzt doch einmal die coolen Waffen nutzen und mir einen Weg durch die Wachen pflügen? Oder gehe ich wieder lautlos vor und lasse vielleicht nur ein paar bewusstlose und gut versteckte Kontrahenten zurück? Wie auch bei seinen Vorgängern, fällt mir in diesem Teil die Wahl wieder nicht leicht.

Kräfte, Runen und Knochenartefakte

Bzgl. der magischen Kräfte unterscheidet sich dieser Teil deutlich von den anderen. Ich bekomme nämlich gleich am Anfang des Spiels vier magische Fähigkeiten verpasst und das war‘s dann. Die kann ich zwar noch ein wenig verbessern, aber zusätzliche gibt’s nicht mehr. Deshalb finde ich im Spiel auch keine Runen mehr, wohl aber jede Menge Knochenartefakte.

Dishonored Der Tod des Outsiders Kräfte

Diese gewähren zusätzliche kleine Verbesserungen, aber wie schon im Hauptspiel sind die Auswirkungen eher gering. Im späteren Verlauf kann ich dann aus rohen Walknochen selbst welche herstellen, wenn ich das möchte.

Viel Durchsicht mit Weitsicht

Da ich ja keine zusätzlichen Kräfte erwerben kann, haben die wenigen, die ich besitze, dann auch gleich mehrere Eigenschaften. Mit Weitsicht kann ich mich z.B. von meinem Körper lösen und die Gegend erkunden. Damit lassen sich auch verborgene Gegenstände, wie z.B. Knochenartefakte, aufspüren oder Gegner durch Wände beobachten. Personen oder Gegenstände kann ich anschließend markieren und diese Markierungen bleiben auch nach Beendigung der Weitsicht bestehen. Sehr praktisch.

Was bei Dishonored natürlich nie fehlen darf, ist die Teleportation. Diese geht bei Billie für mich allerdings etwas umständlicher von der Hand. Ich muss nämlich erst einen Zielpunkt auswählen und kann dann erst mit einem weiteren Tastendruck dorthin teleportieren. Das ist gerade in brenzligen Situationen etwas hektisch.

Dishonored Der Tod des Outsiders Platztausch

Eine feine Sache ist übrigens, dass ich mittels Weitsicht meinen Zielpunkt für Teleportationen z.B. auch auf der anderen Seite von Zäunen oder Fenstern setzen kann. Solange ich Sichtkontakt zum Zielpunkt habe und die Reichweite meiner Teleportfähigkeit ausreicht, kann ich so vorher unzugängliche Stellen erreichen. Da heißt es dann, die Fähigkeiten klug zu kombinieren.

Wirklich praktisch ist allerdings die Fähigkeit, die Gestalt anderer Personen anzunehmen. Damit tauche ich in der Menge unauffällig unter. Allerdings darf ich mich bei der Übernahme nicht sehen lassen, denn das erregt sofort das Misstrauen der NPCs. Meine „Opfer“ lasse ich dabei bewusstlos zurück. Wie alle anderen magischen Kräfte verbraucht auch diese arkane Energie, allerdings nur, wenn ich mich bewege.

Dishonored Der Tod des Outsiders

Die Energie füllt sich nach einer Weile sozusagen aus dem Nichts selbst wieder auf, wenn der Einsatz von Magie beendet wurde, und ich muss nicht noch mühsam nach irgendwelchen Elixieren suchen. Das beschleunigt irgendwie den Spielfluss und ist eine der größten Verbesserungen in diesem Teil, wie ich meine.

Der Rattenflüsterer

Wo mir in den vorherigen Teilen das Outsider-Herz noch geheime Informationen über Orte oder Personen zugeflüstert hat, kann ich nun dem Piepsen der Ratten lauschen. Das habe ich dann auch sporadisch gemacht und ich habe bemerkt, dass sie manchmal auch kleine zusätzliche Tipps für mich bereithalten.

Sie erzählen mir nämlich ab und zu von besonderen Beutestücken oder auch schon mal von Schlüsseln, die ich dringend benötige. Es lohnt sich also den kleinen Nagern zwischendurch mal zuzuhören. Ansonsten ist diese magische Fähigkeit wohl eher eine Spielerei.

Klingende Münzen für Aufträge

Neu ist jetzt ein Auftragssystem. Bei den Schwarzmarkthändlern kann ich mich nämlich nicht nur mit neuen Waffen und Verbesserungen eindecken, sondern es hängen auch immer kleinere oder größere Aufträge am schwarzen Brett für mich bereit.

Dishonored Der Tod des Outsiders Aufträge

Und diese Aufträge haben es in sich. Je nach Höhe der angebotener Belohnung lässt sich daran schon den Schwierigkeitsgrad der Aufgabe erkennen. Sie sind jedenfalls eine schöne optionale Abwechslung und bieten teilweise wirkliche Herausforderungen, an denen ich lange zu knabbern habe.

Vielschichtigere Rätsel

Ich habe grundsätzlich den Eindruck, dass in Dishonored: Der Tod des Outsiders mehr Wert auf die Komplexität der Rätsel gelegt wurde. Da reicht es nicht mehr, irgendwo einen Schlüssel für ein verschlossenes Gebäude zu finden oder zu stehlen. Jetzt müssen mehrstufige Aufgaben erledigt werden, um ein Ziel zu erreichen. Finde ich beispielsweise nach langer Suche endlich einen Zugang zum Objekt der Begierde, z.B. einem Safe, so muss ich dann feststellen, dass ich erst noch einen anderen Gegenstand benötige um diesen zu öffnen. Dieser Gegenstand befindet sich aber in einem gut gesicherten Raum, bei dem ich auch erst wieder herausfinden muss, wie ich die Sicherungsmechanismen außer Kraft setze.

Dishonored Der Tod des Outsiders

Es lohnt sich dabei auch immer wieder Dokumente zu lesen, Gesprächen zu lauschen oder freundlich gesinnte NPCs direkt anzusprechen. Nicht selten bekomme ich dadurch wieder kleine Hinweise auf verborgene Wege oder nützliche Gegenstände.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Dishonored: Der Tod des Outsiders ist deshalb nicht zu einem Puzzler geworden. Die Herausforderungen sind jetzt nur etwas komplexer und aufwendiger. Jedenfalls kommt mir das so vor. Das bringt frischen Wind in die Reihe, zumal es immer mehrere Möglichkeiten gibt, um ans Ziel zu kommen. Finde ich den einen Weg nicht, dann kann ich immer noch eine Alternative wählen.

Mein Fazit

Dishonored: Der Tod des Outsiders hat zwar nicht die beste Story, ist aber ein würdiger letzter Teil der Dishonored-Serie. Die Spielmechanik und auch das Gameplay bleiben sich treu und das Leveldesign ist, wie in allen Teilen der Serie, einfach großartig. Für alle Dishonored-Fans ist dieser Teil auf jeden Fall ein Pflichtprogramm.

Dishonored Der Tod des Outsiders

Mit fünf Kapiteln ist der Umfang überschaubar, doch er bietet auf jeden Fall einige Stunden Spielspaß. Lasse ich alle Nebenmissionen und Aufträge außer Acht, dann bin ich als Stealth-Spieler vielleicht mit 8-10 Stunden dabei. Will ich alles Sammelbare finden und alle zusätzlichen Aufgaben erledigen, komme ich höchstwahrscheinlich auf gut das Doppelte. Da sind die knapp 30 Euro gut angelegtes Geld, noch dazu, weil Dishonored: Der Tod des Outsiders auf Grund der vielen Optionen einen hohen Wiederspielwert hat.

Dishonored: Der Tod des Outsiders ist für PC, PlayStation 4 und Xbox One erhältlich und kann eigenständig installiert und gespielt werden.

Eine Reviewversion des Spiels wurde mir kostenlos zur Verfügung gestellt.

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