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Die schlechteste E3 seit 2012

Ich wurde das Gefühl nicht los, dass irgendetwas an der diesjährigen E3 einfach nicht stimmen würde. Sie ist langweiliger, irgendwie inhaltslos, wenn nicht sogar unbedeutend. Ich versuche euch mal näher zu bringen, was mich an den Pressekonferenzen dieses Jahr am meisten gestört hatte.

Die Jahre Zuvor

Die letzten Jahre brillierte die E3 geradezu von einem Hit-Kracher nach dem anderen. So konnte vor allem Sony durch ihr starkes Spiele Line-Up, wie God of War, Horizon Zero Dawn oder Uncharted 4, enorm punkten. Microsoft hingegen konnte dank Phil Spencers spielerfreundlicher Politik wieder viel Credibility hinzugewinnen und zeigte uns mit der Xbox One X schonmal die Richtung in die neue Konsolengeneration. Selbst Nintendo ist mit seinen Nintendo Directs wieder positiv aufgefallen und bringt statt lahmen PR und Marketing Gurus lieber Spiele auf die große Bühne der Aufmerksamkeit.

Und natürlich noch unvergessen der Seitenhieb von Sony gegen Microsoft im Jahre 2013, als nicht nur die neuen Konsolen angekündigt und präsentiert wurden, sondern man auch bei Sony Humor bewies und mit diesem kurzen, aber auch legendären Clip die damals noch eingeplante Gebrauchtspielsperre der Xbox One aufs Korn nahm.

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In diesen Jahren verstand die Industrie, was die Spielerschaft verlangt und lieferte dementsprechend das Kernelement der E3. Nämlich Spiele, Spiele und nochmals Spiele, das ist auch der einzige Grund warum Spieler aus aller Welt sich die Livestreams bis tief in die Nacht anschauen, ein Problem das besonders uns in Europa betrifft (man schaue mal nur auf die Uhrzeit von Bethesda um 2 Uhr morgens).

Allerdings verfehlte die E3 2019 dieses Kerngeschäft komplett und es kam einem fast schon vor, als würde man nur Updates über Updates zu schon vorhanden Spielen erhalten. Um die Immersion dieses Problems genauer zu veranschaulichen, zeige ich euch mal alle AAA-Highlights der diesjährigen E3.

Resümee der E3 2019

EA hat es vielleicht von allen Pressekonferenzen noch am schlausten getan. Einfach ein kleines Event während der E3 machen, einen Livestream starten und Punkt fertig aus, die EA Play wurde geboren. Und hier war schon klar, dass nach Star Wars Jedi Fallen Order erstmal Essig ist. Danach neue Updates zu Apex Legends und die neusten Sportspiele.

Microsoft hingegen fällt im Grunde genauso mau aus. Es ist auf der einen Seite schön zusehen, dass nun auch viele kleinere Spiele den Platz auf der großen Bühne erhalten, allerdings spürt man merklich, dass Microsoft die großen Kracher sich lieber für das nächste Jahr aufhebt. Lediglich die Ankündigung, dass die Scarlett in Arbeit ist und die kleine Präsentation vom neuen Halo waren durchaus beeindruckend. Höchstens noch die Ankündigung der Kolaboration zwischen From Software und George R. R. Martin war wirklich der Rede wert, jedoch bin ich vom Trailer kaum schlauer geworden. So muss man hier festhalten, dass der Inhalt für eine fast zwei Stunden lange Pressekonferenz viel zu gering war. Aber zum Glück gab es ja John Wi… ich meine Cyberpunk, wo auch plötzlich Keanu Reeves himself erschien und für einen „Atemberaubenden“ Moment sorgte.

Ähnliches Prädikat auch bei Bethesda. Außer Ghostwire Tokyo und Deathloop wurde hier aber auch gar nichts neues gezeigt bzw. angekündigt. Dafür waren Mobile und Updates die Stichwörter der Stunde. Ein neues Update zu Fallout 76 hier, ein neues Mobile Game da. Im Grunde hat sich das auf bleiben kaum gelohnt. Genauso mager fiel aber auch Ubisoft aus und präsentierte als großes Highlight Watch Dogs Legion, das neue Rainbow Six mit scheinbaren Zombies und die neue IP Gods & Monsters. Hierzu hätte man auch etwas mehr zeigen können, da dies die große Überraschung von Ubisoft dieses Jahr war. Ansonsten auch nur hier neue Updates etc. also viel wiederaufköcheln von schon vorhandenen Sachen.

Lichtblick am Horizont?

Squar und Nintendo zeigten dann auch ihre spannendsten Titel, wie eben das heiß erwartete Final Fantasy 7 Remake oder das neue Marvel Avangers Game, was der Uncanny Valley Effekt in Person ist. Nintendo hingegen hat es geschafft Spiele auch wieder für die Switch raus zu bringen. Zu meinen persönlichen Favoriten gehören da ganz sicher das neue Dragon Quest und das Remake zu Links Awakening. Auch The Witcher 3 kommt für die Switch… wer es braucht bleibt offen? Und natürlich das neue Zelda Breath of the Wild 2. Und das wars dann auch mit der E3 Pressekonferenz 2019. Viel Gerede, wenig Spiele und viel zu viel Updates zu älteren Spielen auf der großen Bühne ergeben keine spannende E3.

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Erklärungsversuch

Mir stellt sich halt stark die Frage, warum es dieses Jahr so wenige Highlights, wie den Keanu Moment gab? Der wohl wichtigste Faktor ist womöglich der Zeitpunkt. Dieser ist nämlich ungünstig schlecht, da wir uns derzeit im letzten Jahr vor der neuen Konsolengeneration befinden. In diesem Zeitraum erscheinen dann bekanntermaßen wenig neuere Spiele bzw. kaum Neuankündigungen, da die Publisher lieber auf den Next-Gen Hype warten, um auf diesen dann mitaufspringen zu können. Dadurch erhalten die Spiele mehr an medialer Bekanntheit und man kann dann ohne Bedenken das gesamte Pulver verschießen, sei es ob Neuankündigung einer bekannten Marke, eine neue IP durch CGI Trailer oder gar Gameplayszenen von auf den neueren Konsolen. Dies ist wohl wahrscheinlich der Hauptgrund, warum jetzt schonmal die meisten Spiele, die noch dieses Jahr oder im Laufe des gigantisch vollen Frühlings 2020 erscheinen werden, Vorrang auf der diesjährigen E3 hatten.

So bleibt aber die Frage, ob es doch nicht den einen oder anderen CGI Trailer zu einer Neuankündigung hätte geben können? Denn weder die beiden Spiele von Bethesda noch Rainbow Six Quarantine zeigen wirklich, worum es in ihren Spielen wirklich geht (zugegeben bei Deathloop ist das Konzept schon klarer gewesen). Am Ende bleibt es nur zu sagen, dass die E3 dieses Jahr leider sehr schwach ausfällt und man sichtlich spürt, wie Sony einfach fehlt. Doch wenn man sich die ganzen Präsentation der anderen großen Publisher anschaut, dann kann ich schon eher nachvollziehen, warum sich Sony lieber das Geld und den Aufwand spart, wenn sie doch eh noch nichts zu präsentieren haben.

Mehr eigene Conventions?

Ein weiterer Grund könnte auch sein, dass die Publisher vielmehr auf ihren eigenen Conventions und Events neuankündigen wollen. Ob die für Publisher allerdings wirklich zielführend ist, bleibt fraglich. Denn die E3 ist eigentlich das Mega-Event, dass jeder Spieler auf dem Schirm hat, dicht gefolgt von der Gamescom. Somit passt auch die zeitliche Diskrepanz zwischen den Ankündigungen der E3 und den anspielbaren Stationen auf der Gamescom, da die Erinnerung an eben jene Ankündigung meistens noch relativ frisch ist. Ob das dann bei den eigenen Messen, wie bei Sonys PlayStation Experience im Winter dann auch der Fall sein wird, wage ich zu bezweifeln. Zumal man auch sagen könnte, dass Sony mit diesem Schritt das Feld an Microsoft überlassen würden, was eine gefundene Chance für die Xbox PR Abteilung sein könnte.

Fazit

Zum Schluss bleibt noch zu sagen, dass man das Ausmaß der diesjährigen E3 am ehesten an der Gamescom spürt. Denn hier wird Sony auch komplett fehlen, ebenso auch Blizzard. Hoffen wir einfach mal, dass dann zur GC vielleicht die eine oder andere Neuankündigung stattfinden wird, da es sowieso schon ziemlich mau aussieht mit dem Spielejahr 2019.

Was haltet ihr von der E3 dieses Jahr? Freut ihr euch auf Gamescom, obwohl sie deutlich einsamer sein wird? Und was denkt ihr, warum die E3 dieses Jahr nicht so sehr „Breathtaking“ war als sonst? Schreibt es uns unten in die Kommentare.

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