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Thrustmaster TFRP Rudder Pedals

Über ein Jahr befinden sich nun die Thrustmaster Pedale in meinem Besitz und wurden in der Zeit, fast täglich mit Füßen getreten. Es wird also Zeit für ein Résumé, aber warum habe ich mir für diesen Testbericht eigentlich so viel Zeit gelassen? All das erfahrt ihr hier.

Ganz einfach, selten ist mir die Beurteilung einer Hardware so schwer gefallen wie bei den Thrustmaster TFRP Rudder Pedals. Die meisten Leser von Hardware Tests erwarten im Fazit eine klare Kaufempfehlung oder im schlimmsten Fall sowas wie ein „Finger weg“. Bei den Thrustmaster Pedalen ist das leider nicht so einfach zu beantworten aber befassen wir uns erstmal mit der Konstruktion der Pedale.

Bei den TM Pedalen handelt es sich um eine Hardware zur Steuerung des Flugruders oder besser des Seitenruders. Die Pedale können aber auch zum bremsen genutzt werden weil es sich um ein 3 Achsen System handelt. Die Pedale liegen preislich bei ca. 80 – 90 Euro (Straßenpreis) und dafür sollte man keine überwiegende Metallfertigung erwarten. Das was man für den Preis erwarten kann bekommt man auch d.h. eine überwiegend aus Plastik gefertigte Hardware. Wer damit allerdings eine klapprige und instabile Plastikkonstruktion assoziiert der ist bei den TM Pedalen auf dem Holzweg. Die Pedale sind sehr stabil, nirgendwo gibt es überflüssiges Spiel oder ein wackeln von mechanischen Komponenten und die Qualität der Plastikgussteile ist schlichtweg hervorragend.

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Wir SIM Spieler (virtuelle Piloten) lieben die Immersion und nicht selten befinden sich komplett nachgebaute Cockpits in unseren Wohn- Arbeitszimmern. Es ist klar dass dabei auch Ruderpedale nicht fehlen dürfen aber qualitativ hochwertige Hardware hat ihren Preis und genau da versucht TM mit dem niedrigen Preis der Pedale zu punkten. Die Pedale laufen auf vier Gleitschienen aus eloxiertem Aluminium in Industriequalität die die Bewegungen der Ruderachse besonders präzise und authentisch machen sollen. Die Pedale haben eine sich selber zentrierende Mittelposition. Nimmt man die Füße von den Pedalen schnellt die Brücke, auf der die Pedale sitzen, in die Mittelstellung zurück. Ebenso deutlich spürbar ist die Mittelrasterung auch mit den montierten Fersenstützen die für den richtigen Halt der Füße sorgen. Die gebogenen Plastikteile können abgeschraubt werden und dann liegen die Füße nur halb auf den Pedalen. Beim Bremsvorgang ist das allerdings etwas gewöhnungsbedürftig weil die Füße erst wieder mittig auf die Pedale gestellt werden müssen. Wer nur Doppeldecker ohne Bremsen fliegt den dürfte das relativ kalt lassen aber spätestens bei Messerschmidt, Focke Wulf und Co. sind die angeschraubten Fersenstützen die bessere Wahl.

Welche Spielweise (Montage der Fersenstützen) letztendlich bevorzugt wird bleibt jedem selber überlassen bzw. muss man rausfinden aber gut ist dass man die Möglichkeit der Wahl in der Konstruktion berücksichtigt hat.

Der Boden des Gehäuse ist offen was bei mir zunächst eine gewisse Skepsis auslöste wegen der Anfälligkeit gegenüber Schmutz oder Wollmäusen.

Tatsächlich aber lassen sich die Pedale von unten extrem leicht reinigen eben weil alles offen ist. Ich habe in einem Jahr die Pedale einmal von unten gereinigt und das trotz Parkettboden mit Fußbodenheizung quasi das Paradies für Wollmäuse. Überraschender Weise fängt sich dort aber kaum Schmutz. Die Schienen musste ich bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht fetten oder einölen und dennoch gleiten die Pedale wie am ersten Tag. Auch das hatte ich mir anders vorgestellt und bin nach einem Jahr immer noch positiv überrascht über die Qualität des Schienensystems. Die Pedale sind ca. 25cm lang so dass auch Schuhgröße 45 noch bequemen Halt auf den Pedalen finden. Die größte Sorge bereitete mir im Vorfeld der geringe Abstand der Pedale zueinander. Ich flog vor meinem Wechsel die Saitek Combat Rudder Pedale und der Abstand der Füße ist bei den Saitek Pedalen wesentlich größer als bei den Thrustmaster TFRP. Es hat sich aber nach kürzester Zeit gezeigt dass die Thrustmaster Pedale meiner Spielweise absolut entgegen kommen und man könnte fast sagen „auf mich zugeschnitten“ sind.  Aber genau das ist auch der größte Schwachpunkt der Pedale. Die Pedale müssen einem wirklich liegen, was sowohl den Fußabstand betrifft wie auch den Druck den ich auf die Pedale ausübe. Es gibt nämlich keine Möglichkeit die Stärke des Gegendrucks einzustellen! Auf eine Stellschraube um z.B. eine Feder zu justieren hat TM verzichtet, wahrscheinlich um den Preis moderat zu halten. Wer also bislang z.B. mit den Saitek Pedalen mit hohem Druck gespielt hat wird mit der „Beinarbeit“ bei den TM Pedalen wahrscheinlich ein Problem bekommen. Nur noch die softwareseitige Regulierung der Empfindlichkeit kann dann das Spielgefühl verbessern.

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Hier zum Beispiel die Sensitivity Einstellungen in IL2 Battle of Stalingrad / Moskau:

Bildquelle: IL2 Battle of Stalingrad

Sollte die Regulierung der Empfindlichkeit nicht zum gewünschten Ergebnis führen hat man mit den Pedalen buchstäblich eine Bruchlandung hingelegt. Ab dann würde nur noch ein Umtauschrecht helfen oder die Pedale landen in der Bucht.

Angeschlossen werden die Pedale über einen USB Anschluss für den ein RJ 12 Adapter beigelegt ist. Mit dem RJ12 Anschluss können die TM Produkte aus einer Palette (Joystick,Schubregler und Pedale) zu einem Verbund (MultiUSB) zusammen geschlossen werden. Sollen die Pedale allerdings als eigener Kontroller fungieren (weil z.B. das Spiel MultiUSB nicht unterstützt) muss der USB Adapter zwischengesteckt werden.

Probleme hatte ich bei keinem Spiel mit der Erkennung der Pedale. Treiber installiert, Kalibrierungstool aufgerufen und die Kalibrierung systemseitig abgeschlossen und das war es dann auch schon. IL2 Battle of Stalingrad / Moskau, Rise of Flight, Cliffs of Dover, War Thunder und DCS World haben anstandslos die Pedale erkannt und es konnte sofort losgehen. Die enstprechende Sensitivitätseinstellung im Spiel muss dann natürlich noch gefunden werden aber das dauert immer ein wenig und variiert bei mir auch von Flugzeug zu Flugzeug. Probleme hatte ich damit bei keinem Spiel und auch die Feinjustierung (softwareseitig) lief anstandslos sowie die Achsenbelegung für die Bremsen.

Natürlich können die Pedale auch über die Thrustmaster T.A.R.G.E.T Software (standalone oder in einem Verbund mit anderer TM Hardware) über eigene Profile verwaltet werden.

 

Fazit:

Man sollte diese Consumer Ware keinesfalls in einen Topf schmeissen mit Pedalen die preislich jenseits der 250 Euro Grenze liegen. Die Pedale sind in einem absoluten LowPrice Segment angesiedelt aber haben dafür hohe Qualität. Mich hat diese extrem solide gefertigte „Plastikhardware“ sehr überrascht und die Qualität ist für 80 Euro absolut überzeugend. Abnutzungserscheinungen sind nach einem Jahr Dauereinsatz subjektiv nicht erkennbar. Nichts klappert, nirgendwo ist mehr Spiel hinzu gekommen und auch der Federdruck ist „gefühlt“ unverändert. Der Pedalweg gepaart mit dem Schwenkradius auf relativ engem Raum hat meinen Geschmack sofort getroffen und kommt meinem sehr agilen Spielstil mit Fokker DR.I, Fokker D.VII.F, Sopwith Camel und Co. sehr entgegen.

Das Problem sehe ich allerdings in den nicht vorhandenen Einstellmöglichkeiten an der Hardware. Sowohl die Pedale sind in der Länge nicht verstellbar was jenseits der Schuhgröße 45 ein Problem werden könnte und es gibt keine Möglichkeit den Gegendruck der Wippe zu verstellen. Gut, man könnte jetzt den Preis in die Waagschale werfen aber wir sprechen hier über Combat Flight Simulationen und da kann eine nicht passende Hardware den Spaß an der Sache schnell vergrätzen.

Meine Empfehlung für die Thrustmaster Rudder Pedals ist, die Pedale, wenn es irgendwie geht, erst zu testen. Wenn einem die Pedale vom Handling liegen kann man in dem Preissegment einen absoluten Schnapper machen ohne den Eindruck zu haben man hätte seitens der Genauigkeit der gesendeten Kontrollerdaten eine LowCost Hardware unter den Füßen. Der optische Eindruck einer überwiegend aus Plastik gefertigten Hardware bleibt natürlich aber für 80-90 Euro sollte man auch keine hochwertige Metallkonstruktion erwarten. Dennoch würde ich die Thrustmaster Rudder Pedals nicht auf den Begriff „Einsteigerhardware“ reduzieren wollen.  Die Pedale können durchaus auch den fortgeschrittenen SIM Flieger zufrieden stellen.

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