The Surge - Unser Review: Prächtiges Robotergemetzel

The Surge Review

The Surge verspricht bockschwere Kämpfe und ein grandioses Sci-Fi-Setting. Ob das Spiel überzeugen kann, lest ihr in unserem Review.

Seufzend sehe ich mich in der MediBay um, denn ich bin gerade wieder einmal in The Surge gestorben und wurde hier abgesetzt. Und je weiter ich in diesem Spiel vorankomme, desto häufiger verschlägt es mich hierher. Aber weil ich schon mal da bin, kann ich mich hier gleich um meine Ausrüstung und Waffen kümmern. Blöd nur, dass ich bei meinem Tod mein mühsam gesammeltes Altmetall verloren haben, das ich brauche, um an den Verbesserungen meines Exo-Suits zu arbeiten.

The Surge

Glücklicherweise hatte ich vorher etwas davon eingelagert. Also nehme ich schnell ein paar Upgrades vor und stürze mich wieder in’s Geschehen. Das verlorene Altmetall will ja wieder eingesammelt werden.

Sci-Fi-Setting vom Feinsten

Draußen erwartet mich eine dystopische Szenerie. In The Surge stapfe ich nämlich durch den zerstörten Komplex der Firma CREO. Was genau passiert ist, bleibt zunächst im Dunklen, ich soll nur erst einmal nach dem Rechten sehen. Leichter gesagt als getan, denn hinter jeder Ecke lauern Drohnen, Roboter oder auch manchmal Menschen, die mir nach dem Leben trachten. Die Hintergrundstory wird auch im weiteren Verlauf nicht tiefer erörtert, was mich persönlich aber nicht großartig stört.

The Surge

Zerstörte Fabrikgebäude, herumliegende Trümmerteile von Maschinen oder Fahrzeugen und jede Menge Gegner lassen mich nur langsam vorankommen. Vorsichtig linse ich um die Ecke eines Containers, der mir als Deckung dient. In einiger Entfernung ziehen zwei Drohnen brummend ihre Kreise. Soll ich einfach vorbeirennen oder versuchen sie auszuschalten? Es siegt die Gier nach dem Altmetall und ich sprinte auf die erste zu. Ein paar gut platzierte Schläge, geschicktes Ausweichen und beherztes Blocken der Angriffe und ein paar Sekunden später sind die beiden nur noch ein rauchender Haufen Schrott. Mein Selbstvertrauen steigt, aber ich höre das Spiel schon wieder hinterhältig kichern.

Die Umgebung ist großartig und detailreich gemacht und wirkt überzeugend, aber lange habe ich nicht Zeit, einzelne Details zu bewundern. Auch die Gegner zeigen deutlich die ausschweifende Phantasie der Entwickler. The Surge ist auch immer mal wieder etwas für’s Auge.

Die Bastelstunde ist eröffnet

Um hier überleben zu können, wird meine Spielfigur gleich zu Anfang in ein Exo-Skelett gestopft. Anders als in klassischen RPG meistens üblich, kann ich mir zu Beginn des Spiels keine Klasse auswählen, sondern starte mit einer doch relativ schwachen Spielfigur.  Das ändert sich aber gleich in den ersten Spielstunden.

Das Einzigartige an The Surge ist nämlich, dass ich mir selbst auswählen kann, was mich an der Ausrüstung von Gegnern besonders interessiert. Ob bestimmte Erweiterungen für mein Exo-Skelett oder besondere Waffen, immer habe ich die Möglichkeit, diese gezielt anzuvisieren und mit etwas Glück im Kampf abzutrennen, um sie danach selbst zu verwenden. Da die Objekte der Begierde aber oft besonders gepanzert sind, gestalten sich die Kämpfe darum wesentlich anspruchsvoller und interessanter, als wenn ich einfach nur auf ungeschützte Bereiche des Gegners kloppe und ihn damit sofort außer Gefecht setze.

Das Spiel zwingt mich somit auf subtile und geniale Weise, mir die Kampfweise eines jeden Widersachers genauestens einzuprägen und darauf zu reagieren. Denn nur so kann ich ihn sowohl ins Jenseits schicken, als auch noch zusätzlich interessante und nützliche Dinge erbeuten.

Die Gegner werden stärker, schneller und geschickter, je weiter ich in die Spielwelt von The Surge vordringe, so dass auch bei ständigen Aufleveln und Ausbau meiner Ausrüstung die Spannung erhalten bleibt.

Neben den erbeuteten Gegenständen finde ich aber unterwegs auch immer wieder nützliche Dinge, wie z.B. Implantate, mit denen sich unterschiedliche Eigenschaften freischalten lassen. So kann ich mich z.B. durch einen Ton darauf aufmerksam machen lassen, dass sich in der Nähe ein Item befindet, das ich einsammeln kann oder ich erhöhe ein wenig meine Ausdauer oder, oder, oder … die Möglichkeiten sind vielfältig und da ich nur begrenze Implantat-Slots zur Verfügung habe, fällt die Wahl schwer.

Doch kein Souls-Spiel?

Natürlich drängt sich bei The Surge der Vergleich mit den Souls-Spielen förmlich auf. Das oft mühsame Vorankommen in der Spielumgebung, das erneute Spawnen der Gegner und der komplette Verlust meines Altmetalls nach jedem Tod meiner Spielfigur, bockschwere Bosskämpfe, all das findet sich – übertragen natürlich – auch in den Souls-Spielen.

Und trotzdem ist es anders. Zunächst ist da die Sci-Fi-Spielumgebung, die eine komplett andere Stimmung vermittelt. Hatte ich bei den Souls-Spielen eher den Geruch von Lagerfeuern in der Nase und das Klirren von Schwertern in den Ohren, ist es bei The Surge ein technisches Setting mit Industrieanlagen, vielen Maschinen und dem Dröhnen von Motoren.

The Surge Map

Die Umgebung ist verwinkelt und hat viele Ebenen, die es zu erkunden gilt. Da fällt es nicht immer leicht, nicht den Überblick zu verlieren. Und weil ich mich in Videospielen ja grundsätzlich schon verlaufen habe, wenn ich um zwei Ecken gebogen bin, fordert mit The Surge hier mit endlosen Treppen, Gängen und Verzweigungen zusätzlich heraus. Mehr als laufe laufe ich im Kreis und muss mir öfter zu meiner Schande eingestehen, dass ich mich wieder mal hoffnungslos verlaufen habe. Deshalb habe ich mich immer wieder über jede Abkürzung gefreut, die ich freischalten konnte.

PvP, Multiplayer oder Coop? Fehlanzeige!

In The Surge bin ich immer alleine unterwegs. Wird’s mal schwierig, dann kann ich niemanden zu Hilfe rufen und auch ein Multiplayer-Modus ist nicht vorhanden. Für mich sind das keine Kriterien, ein Spiel nicht zu kaufen, da ich sowieso lieber Singleplayer spiele, aber manch einer mag das schmerzlich vermissen. Ganz alleine bin ich natürlich nicht, denn ich bekomme später im Spiel kleine Helferlein, wie z.B. ein Drohne, die mir als Fernwaffe gute Dienste leistet.

Laut der Entwickler ist man aber auch in der Kampagne gut 40 Stunden unterwegs, was jede Menge Action und Überraschungen verspricht, denn diese Stunden wollen ja erst einmal gefüllt werden. Ich bin noch weit davon entfernt, das Spiel zu beenden, aber es hat mit von der ersten Sekunde an viel Spaß gemacht. Es ist wirklich genau das Richtige, wenn man auf ein RPG mit Sci-Fi-Setting und knallharten Nahkämpfen steht.

Mein Fazit

The Surge bietet mir jede Menge Freiheiten, meine Spielfigur nach meinem Geschmack auszurüsten und aufzuleveln, was bedeutet, dass jeder seine Vorlieben hier ausleben kann und nicht durch Klassen eingeschränkt wird.

Das Spiel punktet nicht mit einer tiefgehenden Story, sondern mit anspruchsvollen Kämpfen die den Adrenalinspiegel gerne einmal in die Höhe schnellen lassen. Dabei bleibt The Surge immer fair und die Freude, wieder einmal einen starken Gegner erledigt zu haben, motiviert zum Durchbeißen.

Wem „Souls-ähnliche“ Spiele gefallen und wer sich einmal auf ein gut gemachtes Sci-Fi-Setting einlassen möchte, sollte sich The Surge definitiv einmal ansehen.

Und ansehen könnt ihr The Surge übrigens ausgiebig in unserem Let’s Play. Hier nimmt euch jakobderluegner mit ins Kampfgetümmel. Also schaut unbedingt mal vorbei.

2 Kommentare zu “The Surge - Unser Review: Prächtiges Robotergemetzel”

    1. Nein, ein richtiger Shooter ist es eher nicht. Es sind eigentlich Nahkämpfe, also Schlägereien. Dabei kann man allerdings bestimmte Körperteile anvisieren, die dann bei einem Schlag getroffen werden. Sind es ungeschützte Körperteile, hat man den Gegner schnell überwältigt. Bei gepanzerten Körperteilen dauert der Kampf länger, aber man hat eine Chance, die abzutrennen und dann einzusammeln.

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